2018: Croatia flog 11 Millionen Euro Verlust ein

Passagierrekord erzielt, doch auf der finanziellen Seite klappte es nicht optimal.

Dash 8-Q400 (Foto: Thomas Ramgraber).

Das Star-Alliance-Mitglied Croatia Airlines erzielte im Vorjahr mit 2.168.863 Fluggästen eine neue Rekordmarke. Im direkten Vergleich mit dem Wert des Jahres 2017 legte man um zwei Prozent zu. Rund zwei Drittel der Reisenden waren auf internationalen Flügen an Bord während sich der verbleibende Teil auf kroatische Inlandsflüge verteilt.

Aus finanzieller Sicht war das Jahr 2018 für Croatia Airlines allerdings nicht erfolgreich, denn wie das Unternehmen mitteilte, schrieb man einen Netto-Verlust in der Höhe von 11 Millionen Euro. Ex-Yu-Aviation schreibt dazu, dass es sich um das schlechteste Ergebnis in den letzten fünf Jahren handeln soll.

Die Fluggesellschaft begründet das Abrutschen in die roten Zahlen insbesondere mit gestiegenen Treibstoffpreisen, aber auch mit von der Personalvertretung angekündigten Streiks, die jedoch letztlich aufgrund eines Gerichtsurteils nicht umgesetzt wurden. Dennoch hätten diese Auswirkungen auf das Buchungsverhalten der Passagiere gehabt. Weiters sollen der Einsatz von Wetlease-Flugzeugen und gestiegene Wartungskosten die Ausgaben erheblich in die Höhe getrieben haben.

Seit einiger Zeit befindet sich Croatia Airlines auf der Suche nach einem strategischen Partner und/oder einem Investor. Offiziell äußerte sich die kroatische Regierung bislang weder zu Angeboten noch zu potentiellen Interessenten, doch halten sich derzeit hartnäckig Gerüchte, dass unter anderem die Lufthansa Group und 4K Invest zumindest Interesse haben könnten. Offizielle Bestätigungen dafür gibt es jedoch nicht. Gegenüber Ex-Yu-Aviation sagte Croatia-Airlines-Chefin Jasmin Bajić, dass auch im Falle eines Scheiterns der Privatisierung mit einer Insolvenz der Fluggesellschaft nicht zu rechnen ist, wohl aber werde man die Airline dann drastisch verkleinern müssen. Genau gegen diesen "Plan B" laufen lokale Gewerkschaften schon seit längerer Zeit Sturm.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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