VIE-Lizenz: Die acht Ground-Handler im Detail

Mit Austroport ist ein österreichisches Unternehmen unter den Bewerbern.

Logo-Collage: Austrian Aviation Net

Bei der aktuell ausgeschriebenen zweiten Abfertigungslizenz am Flughafen Wien gibt es, wie von Austrian Aviation Net exklusiv berichtet, acht Bewerber. Diese heißen Celebi, Menzies, Aviapartner, Swissport, Acciona, Austroport, AeroGround und Wisag - mehr dazu in "Acht Firmen buhlen um VIE-Abfertigungslizenz". Doch woher kommen die Ground Handler und wer steckt hinter ihnen. AANet hat sich die acht Ground-Handler genauer angesehen:

Celebi
Celebi Austria ist der "Herausforderer". Der türkische Ground-Handling-Konzern, der in Istanbul an der Börse notiert, hat vor knapp zwei Jahren die Wiener Fraport-Tochter für kolportierte 4,4 Millionen Euro gekauft und damit die Lizenz, die nun ausläuft, übernommen. Laut AANet-Info haben sich die Airlines für eine Verlängerung der Celebi-Lizenz ausgesprochen.

Austroport
Austroport ist der einzige Bewerber mit österreichischen Wurzeln. Hinter dem Unternehmen, das am Flughafen Wien bereits jetzt als "Passenger Handling Agent" Bodendienstleistungen anbietet, steht die Firma AirportServices, an der laut Firmenbuch Philipp Harmer 60 Prozent, Johann Roth neun Prozent und die DACA-Privatstiftung 31 Prozent halten.

Menzies
Menzies Aviation ist eine Sparte von John Menzies plc, die an der Londoner Börse notiert. Das schottische Unternehmen schrieb 2012 im Luftfahrtsektor einen Umsatz von knapp 700 Millionen Pfund und ist an über 130 Flughäfen aktiv. Die Zeichen von Menzies Aviation stehen klar auf Expansionskurs.

Aviapartner
Aviapartner aus Belgien fertigt laut Eigenangaben an 35 Flughäfen in ganz Europa an die 30 Millionen Passagiere jährlich ab. Zu den Kunden zählen über 400 Passagier- und Frachtairlines. Rund 6.000 Personen arbeiten für den Konzern, der 1949 gegründet wurde. Im Vorjahr expandierte Aviapartner unter anderem nach Zürich.

Swissport
Die Schweizer Swissport ist der weltgrößte Ground-Handling-Konzern. Swissport fertigt jährlich 118 Millionen Passagiere für 650 Airlines ab. 40.000 Mitarbeiter arbeiten an 180 Stationen in 37 Ländern und erwirtschaften dabei einen Umsatz von fast zwei Milliarden Franken. Swissport wurde 2001 aus der Swissair-Pleite herausgelöst und gehört mittlerweile der französichen Beteiligungsgesellschaft PAI Partners.

Acciona
Acciona Airport Services betreibt in Spanien fünf Stationen und drei in Deutschland - Frankfurt, Berlin und Hamburg. Hinter dem Bodenabfertigungsunternehmen steht der spanische Mischkonzern Acciona S.A. mit sieben Milliarden Euro Umsatz und 32.905 Mitarbeitern.

AeroGround
Der Flughafen München hat seine Bodenabfertigung mit 1. Jänner 2011 an seine Tochtergesellschaft "AeroGround Flughafen München GmbH" ausgelagert. Die VIE-Lizenz wäre für AeroGround die allererste Station abseits des Heimatflughafens in München, wie ein Pressesprecher gegenüber AANet bestätigte. AeroGround hat in MUC einen Marktanteil von 69 Prozent.

Wisag
Das Berliner Dienstleistungsunternehmen bietet momentan an neun deutschen Flughäfen Aviation Services an. Neuester Standort ist seit dem 1. August der Flughafen Hamburg, wo Wisag die Auschreibung für die Bodenabfertigungslizenz zuvor gewonnen hatte. Die Wisag stieg erst 2008 mit dem Kauf von GlobeGround in die Bodenabfertigungsbranche ein.

Autor: Roman Payer
Das ist der Kurztext zu Roman Payer.

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