Zwei zusätzliche A321: Wizzair baut in Wien weiter aus

Sechs weitere Routen ab der österreichischen Hauptstadt.

Wizzair-CCO Johan Eidhagen kündigte am Donnerstag die Stationierung von zwei weiteren A321 in Wien sowie sechs weitere Strecken an (Fotos; Jan Gruber).

Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizzair wird zwei weitere Airbus A321 auf dem Flughafen Wien stationieren. Wie Chief Commercial Officer Johan Eidhagen am Donnerstag erklärte soll Flugzeug Nummer sieben am 18. Dezember 2019 stationiert werden. Die achte Maschine wird am 1. Juli 2020 folgen. Gleichzeitig will der Carrier insgesamt sechs neue Routen aufnehmen und auf zwei bestehenden Strecken die Frequenzen erhöhen.

Am 18. Dezember 2019 wird Wizzair ab Wien Nonstop-Flüge nach Athen, Köln/Bonn und Pristina aufnehmen. Einen Tag später folgt Tirana, das zunächst jeweils an Dienstagen, Donnerstagen und Samstagen bedient werden soll. Köln/Bonn und Athen sollen täglich angeflogen werden, während die Kosovo-Stadt an den Verkehrstagen Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag im Flugplan stehen wird.

Am 1. Juli 2020 wird Wizzair eine saisonale Route nach Castellón aufnehmen. Diese wird jeweils mittwochs und sonntags bedient. Am selben Tag wird der ungarische Carrier erstmals zwischen Wien und London-Luton fliegen. Diese Strecke wird bereits von Mitbewerber Easyjet bedient. Wizzair will täglich zwischen der österreichischen Hauptstadt und dem Luton Airport pendeln.

Frequenzaufstocken wird Wizzair ab Wien auf den Routen nach Lissabon und Tel Aviv vornehmen. Die zuletzt genannte Stadt soll in Zukunft mit 14 wöchentlichen Umläufen angesteuert werden. In die Hauptstadt Portugals will der ungarische Carrier künftig täglich fliegen.

Die Neuerungen im Wizzair-Netz ab Wien auf einen Blick:

Carrier hält derzeit sechs Prozent Marktanteil in Wien

Wizzair-CCO Johan Eidhagen erklärte, dass man derzeit in Wien sechs Prozent Marktanteil habe. Seiner Ansicht nach ist noch viel Potential für Wachstum vorhanden, wobei er gleichzeitig auch einräumte, dass Wien ein „äußerst kompetitiver Markt ist“. Die in Wien stationierte Flotte wird künftig aus sieben Airbus A321 und einem A320 bestehen. Das zuletzt genannte Flugzeug soll auf Routen wie Köln/Bonn eingesetzt werden. Durch die Stationierung der zusätzlichen Maschinen soll sich der Mitarbeiterstand der Base Wien auf etwa 320 Beschäftigte erhöhen. Am 26. August 2019 und am 5. sowie 24. September 2019 veranstaltet der Carrier dazu ein Personalcasting.

Klassische Langstreckenflüge, beispielsweise an die U.S.-Ostküste oder nach Indien plant Wizzair laut Eidhagen derzeit nicht. Mit den Maschinen des Typs A321XLR wolle man zunächst im Bereich der Mittelstrecke, beispielsweise in Richtung Dubai-DWC, wachsen. „Unser Brot- und Buttergeschäft sind Kurz- und Mittelstreckenflüge. Da werden wir weiter wachsen, aber wer weiß was die nächsten Jahre so bringen werden. Mit dem A321XLR sind jedenfalls Nonstop-Flüge von Europa an die U.S.-Ostküste oder nach Indien möglich“, so der Wizzair-Manager.

Fokus liegt auf Wien - derzeit keine Pläne für die Bundesländer-Airports

In Österreich will man sich zunächst stark auf Wien fokussieren und verfolgt keine kurzfristigen Pläne einen weiteren Airport anzusteuern oder gar eine Basis zu errichten. „Selbstverständlich sprechen wir regelmäßig mit allen Flughäfen, aber derzeit fokussieren wir uns auf Wien, denn hier ist noch genug Potential für Wachstum vorhanden. Natürlich ist Wien auch eine Herausforderung, denn der Markt ist sehr wettbewerbsintensiv. Ob wir auch mit Klagenfurt sprechen, weiß ich nicht. Ich bin jedenfalls nicht eingebunden, da müsste ich unsere Entwicklungsabteilung fragen“, so Johan Eidhagen. „Salzburg ist definitiv hochinteressant für uns. Klassische saisonale Schiflüge vom Vereinigten Königreich nach Salzburg sind durchaus eine Option für uns. Allerdings sicher nicht vor 2021 und diese Gedanken sind noch in einem sehr frühen Stadium. Fix ist nichts und zunächst wollen wir uns auf unser Wachstum in Wien fokussieren.“

Damit dementierte das Wizzair-Geschäftsleitungsmitglied indirekt Branchengerüchte, die besagten, dass der Carrier in naher Zukunft eine zweite Basis in Österreich, beispielsweise auf dem Flughafen Salzburg errichten könnte. Dennoch scheint das Schifahrer-Geschäft, insbesondere für die Tochtergesellschaft Wizzair UK, zumindest mittelfristig eine von vielen möglichen Optionen für den pinkfarbenen Billigflieger zu sein. Im kommenden Jahr  will man jedenfalls vier Millionen Sitze auf 44 Strecken in 26 Länder ab Wien anbieten.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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