Wizzair soll Abu Dhabi beleben

Weiteres Joint-Venture am AUH gegründet

(Foto: www.AirTeamImages.com)

Die neue Strategie des Emirats Abu Dhabi, das eigene Drehkreuz mit Billigfliegern zu beleben, wird immer deutlicher: Zusammen mit Low-Coster Wizzair gründet die staatliche Entwicklungsgesellschaft ADDH (Abu Dhabi Developmental Holding Company PJSC) ein Joint-Venture. Wizzair Abu Dhabi soll ab Herbst am Abu Dhabi International Airport Flüge zu Zielen in Europa, dem Nahen Osten, Asien und Afrika anbieten. AOC und Betriebsgenehmigung hat die neue Airline bereits beantragt. Einen ähnlichen Schritt ging Abu Dhabi jüngst mit Air Arabia.

Wizzair will mit dem Schritt nicht nur das Programm ausweiten, sondern auch die regionale Wirtschaft im Emirat ankurbeln. Die Ankündigung steht im Einklang mit dem 50 Milliarden Dollar schweren Wirtschaftsprogramm „Ghadan 21“ von Abu Dhabi, das die Entwicklung des Emirats durch Investitionen in Unternehmen, Innovation und Menschen vorantreibt.

Die Situation von Abu Dhabi und Dubai
Denn mit der Pleite von Air Berlin und dem Wegbrechen der Alitalia bekam das Emirat ein Problem: Der von Staatscarrier Etihad forcierte Plan des europäischen Netzwerks mit entsprechendem Zubringerverkehr war gescheitert. Der Hub in der Wüste hat es angesichts der unmittelbaren Konkurrenz in Dubai schwer – die Drehkreuze von Emirates und Etihad liegen in einem Gebiet mit weniger Einwohnern als London nicht einmal 150 Kilometer weit auseinander.

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren daher über einen Zusammenschluss der beiden Airlines spekuliert. Allerdings scheiterte dieser Schritt laut Beobachtern bislang daran, dass sich die Herrscherfamilien aus Abu Dhabi und Dubai nicht einigen konnten. Denn Emirates ist zwar wirtschaftlich gesünder – Etihad müsste sich dem Carrier also anschließen –, doch: Die Königsfamilie von Abu Dhabi ist qua Verfassung die Führung der Vereinigten Arabischen Emirate, denen sich die Emirates-Eigner politisch unterordnen müssen. Nun sucht Abu Dhabi offenbar mit neuen Billigfliegern einen anderen Weg.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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