Wizzair nimmt fünf neue Strecken ab Wien auf

Abu Dhabi und St. Petersburg sind langfristige Optionen.

Jozsef Varadi stellt fünf neue Strecken ab Wien vor. (Foto: Jan Gruber).

Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizzair wird im Juli 2020 ein neuntes Flugzeug in Wien stationieren und fünf neue Strecken aufnehmen sowie einige weitere aufstocken. Alghero, Korfu, Podgorica, Suceava und Faro wird der Lowcoster neu ab der österreichischen Bundeshauptstadt ansteuern.

Im Juni 2020 wird der achte Airbus auf dem Flughafen Wien-Schwechat stationiert. Anschließend wird man am 2. Juni 2020 erstmals Alghero fliegen. Dieses Ziel wird an den Verkehrstagen Dienstag, Donnerstag und Samstag angeboten. Am 3. Juni 2020 wird Korfu aufgenommen, das jeweils Mittwochs und Sonntags im Flugplan steht. Podgorica wird Wizzair ab 1. Juli 2020 an Montagen und Freitagen ab Wien anfliegen. Das rumänische Suceava nimmt der Carrier am 3. Juli 2020 auf und bietet die Verbindung ebenfalls Montags und Freitags an. Faro wird Wizzair ab 4. Juli 2020 an Dienstagen und Samstagen anfliegen. Aufgestockt werden die Destinationen Mailand-Malpensa (künftig zweimal täglich), Rom-FCO (künftig zwölfmal wöchentlich), Malaga (fünfmal wöchentlich) und Porto (dreimal pro Woche).

Wizzair-Chef Jozsef Varadi zeigte sich in Wien davon überzeugt, dass die Geschäfte auch in Zukunft gut laufen werden. Den Preiskampf unter den Lowcostern bezeichnete er als lustig und betonte, dass Wizzair die einzige Airline wäre, die Geld verdienen würde. Andere würden momentan regelrecht ihre Hosen verlieren. “Wir sind die einzigen, die in Wien Geld verdienen. Irgendwann werden die anderen an den Punkt kommen, dass sie merken, dass das was sie tun einfach dumm ist”, so der Manager. “Auf die Lufthansa Group kommen in Wien harte Zeiten zu.”

Die Ticketsteuer in Österreich hält Varadi für sinnlos, denn die Umwelt hätte nicht davon, wenn der Staat zusätzliche Einnahmen bekommt. Seiner Ansicht nach stößt Austrian Airlines um 60 Prozent mehr Kohlenstoffdioxid aus und “sollte deswegen auch pro Passagier um eine 60 Prozent höhere Steuer bezahlen”. Varadi bemängelt, dass die österreichische Regierung alle Airlines gleich belastet und Investments und modernes, umweltfreundliches Fluggerät nicht belohnt. Manchen Carriern würden so die Anreize, also ein gewisser Zwang, fehlen.

In Abu Dhabi will Jozsef Varadi Ende Oktober/Anfang November 2020 an den Start gehen. Zunächst will man in Märkte fliegen, in denen das Brand Wizzair bereits heute stark ist. Auch Ziele in der nahen Umgebung von Abu Dhabi werde man aufnehmen. Wien allerdings will der Manager vorerst nicht anfliegen. “Diese Strecke wäre besser mit dem A321XLR zu bedienen. Das liegt einfach daran, dass der Einsatz von A321 oder A320 zu teuer kommen würde. Aber ab 2023 ist Wien-Abu Dhabi ein heißer Kandidat zur Aufnahme”, so Varadi, der sich auch vorstellen könnte zwischen Wien und St. Petersburg zu fliegen, was aber nicht ganz so einfach ist: “Nicht nur Russland muss liberalisieren, sondern auch Österreich. Ja, aber langfristig gesehen ist Wien-St. Petersburg eine gute Option.”

Einen Markteintritt in Usbekistan zieht Jozsef Varadi ebenfalls in Betracht. “In den ehemaligen Sowjetrepubliken werden nach und nach die Verkehrsrechte liberalisiert. Das machen viele Länder und geben die Verkehre frei. Das wird auch in Usbekistan kommen und Wizz war schon immer Pionier in solchen Regionen. Wir haben noch viel vor”, so Varadi.

In Wien rechnet der Wizzair-Chef mit konstanten Ticketpreisen. Im Jahr 2020 erwartet er keine Preissteigerungen, da diese schon allein aufgrund der harten Wettbewerbssituation kaum durchsetzbar sind. Austrian Airlines wird seiner Ansicht nach noch tiefer in die Verlustzone rutschen, da sie mit Kostenstrukturen von Lowcostern nicht mithalten können. “In Wien werden noch viele ihre Shirts verlieren, aber es ist ganz lustig das zu beobachten, denn wir verdienen Geld und alle anderen verlieren Geld. Lauda hat 90 Millionen verbrannt, Level verbrennt Geld und die AUA macht auch Verluste. Eurowings ist quasi in die AUA geflüchtet worden. Da wird noch eine weitere Marktbereinigung stattfinden und ja, es ist spannend und gleichzeitig lustig, denn wir verdienen Geld”, so Jozsef Varadi.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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