Wizz Air: Neues Trainingscenter in Budapest eröffnet

Eine Reportage von Martin Dichler.

Fotos: Martin Dichler.

Nur wenige Kilometer vom Budapester Flughafen Liszt-Ferenc entfernt, eröffnete gestern Vormittag ein neues 30 Millionen Euro teures Trainingscenter der ungarischen Low Cost Fluglinie Wizz Air seine Pforten. Für die Eröffnung der neuen Ausbildungsstätte nahmen sich die offiziellen Vertreter von Wizz Air, des kanadischen Flugsimulator Anbieter CAE und dem führenden ungarischen Immobilienunternehmen WING, Zeit für einen Besuch. Das brandneue Trainingszentrum, dass exklusiv für die Mitarbeiter der Fluglinie zu Verfügung steht, beherbergt nicht nur den Sitz der neu gegründeten Wizz Air Pilot Academy, sondern soll nach Angaben von Wizz Air CEO Joszef Varadi, in weiterer Folge zu einem Aviation Campus mit Übernachtung & Verpflegungsmöglichkeiten ausgebaut werden.

Neben zwei hochmodernen Airbus 320 CAE 7000XR Simulatoren die im Rahmen einer Vereinbarung für 10 Jahre von CAE gewartet und betrieben werden, stehen auf einer Fläche von 3800 Quadratmetern  auch ein hochmoderner Kabinen- Notfall- Evakuierungstrainer von TFC sowie ein V9000 Commander Next Generation Fire Trainer von Falme Aviatio, für die Ausbildung der Mitarbeiter zur Verfügung.

Herzstück der Einrichtung sind zweifelsohne die beiden 10 Millionen Euro teuren Airbus 320 Vollflugsimulatoren aus dem Hause CAE. Adam Orban (Crew Training Projekt Manager Wizz Air) begleitete das Projekt von Beginn an: "Wir haben mit der Planung des neuen Trainingscenter Projektes vor 2 1/2 Jahren begonnen. Mit der rasanten Entwicklung unserer Fluglinie, wuchs auch die Größe des Projekts. Zunächst war ja eigentlich nur an den Bau eines Airbus Simulators gedacht worden, doch mit der Expansion unserer Fluglinie ist auch der Bedarf gestiegen, deshalb entschlossen wir uns das neue Trainingscenter in seiner heutigen Dimension auszulegen. Alleine der Bau der Flugsimulatoren hat fast ein Jahr in Anspruch genommen".

Aktuell fliegen an die 1200 Piloten für Wizz Air, die beiden neuen CAE 7000XR Flugsimulatoren können ab sofort für jeweils bis 17.500 Stunden Ausbildung & Checkflüge pro Jahr genutzt werden. Eine kostenintensive Investition die bislang von Wizz Air bei Fremdunternehmen teuer eingekauft werden musste.

Marc Parent, Präsident und CEO bei CAE lobte in seiner enthusiastischen Ansprache die gute Zusammenarbeit mit der führenden Low Cost Airline in Mittel und Osteuropa: "Wir blicken auf eine lange Geschichte mit Wizz Air als Trainingspartner zurück und freuen uns, unsere Zusammenarbeit mit Wizz Air durch die Bereitstellung von Dienstleistungen für das Trainingszentrum und zwei neue Airbus A320 Full Flight Simulatoren auszubauen. Wir freuen uns darauf, unsere Beziehung in den nächsten 10 Jahren zu intensivieren."

Die neue Einrichtung in Budapest ist die modernste seiner Art in der Region und bietet ab sofort Platz für bis zu 300 Auszubildende pro Tag. Neben Piloten werden auch Schulungen für Flugbegleiter und das Bodenpersonal in einem 24 Stunden Betrieb durchgeführt. 

Für den Wizz Air Firmengründer Joszef Varadi war der Bau dieses Trainingscenters ein logischer Schritt und ein Meilenstein für die weitere Expansion seiner Fluglinie in Europa. In einer kurzen Ansprache vor 100 geladenen Gästen, präsentierte dieser seinen 10-Jahres Masterplan für das noch junge Unternehmen. So wird sich die Flottengröße von derzeit 105 Einheiten der A320 Familie, innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 281 Einheiten erhöhen. Aktuell liegen bei Airbus Bestellungen für 256 Stück der A320 neo Familie und acht Flugzeuge der A320ceo Familie vor. Neben einer Erhöhung der Passagierzahlen auf bis zu 100 Millionen pro Jahr, soll die Zahl der Mitarbeiter innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 10.000 steigen. Um die große Zahl der zukünftigen Crew Mitglieder gemäß der hohen Sicherheit Standards von Wizz Air ausbilden zu können, bietet das neue Trainingscenter noch ausreichend Platz für eine weitere Expansion.

 

 

Autor: Martin Dichler
Martin Dichler war bis 2019 Vorsitzender der Flughafenfreunde Wien und schreibt seit Jahren als freier Journalist für diverse Luftfahrt- und Reisemedien.

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