Wizz Air konnte Marktanteil in Wien fast verdoppeln

 Rund 15 Prozent der VIE-Passagiere flogen im August mit dem ungarischen Low Cost Carrier.

Airbus A321 von Wizz Air (Foto: Thomas Ramgraber).

Expansion statt Depression: So könnte man wohl das rasche und ambitionierte Wiederhochfahren der Kapazitäten am Flughafen Wien durch Wizz Air im Zuge der Coronakrise beschreiben. Seit 1. Mai 2020 fliegt der ungarische Billigflieger nach dem Lockdown wieder ab Schwechat - rund 45 Destinationen werden aktuell angesteuert. Im Vergleich dazu hoben die beiden anderen Platzhirsche deutlich später ab, die AUA am 15. Juni und Lauda/Ryanair am 1. Juli 2020.

Diese Strategie dürfte sich zumindest hinsichtlich des Marktanteils ausgezahlt haben. Wie Wizz-Air-Chef József Váradi am Montag in Wien erklärte, betrug dieser im August am Vienna International Airport 15 Prozent - im Jänner flogen "nur" acht Prozent der Passagiere ab Wien mit Wizz. Im Vergleich dazu sank der AUA-Anteil von 40 auf 34 Prozent, jener von Lauda/Ryanair kletterte hingegen von 11 auf 25 Prozent.

Marktanteile in Wien: Jänner vs. August 2020 (Grafik: Wizz Air).

Nicht nur in Wien sondern auch in anderen Regionen Europas stieg Wizz Air trotz Corona gehörig aufs Gas: Von April bis August 2020 wurden laut Váradi 205 neue Strecken und 11 neue Basen eröffnet. Der Ladefaktor betrug zwar in diesem Zeitraum nur 63 Prozent - im August waren es allerdings bereits wieder über 70 Prozent. Im Übrigen hat Wizz Air in diesem Zeitraum 10 neue Flugzeuge übernommen.

Spannend wird, wie sich der flotte Wizz-Air-Restart auf die Finanzzahlen auswirken wird: Im letzten Quartal von April bis Juni 2020 war das EBITDA zwar mit 8,9 Millionen Euro (nach 187,2 Millionen Euro im Vergleichsquartal 2019) noch leicht positiv - unter dem Strich musste Wizz Air allerdings einen Nettoverlust von 56,7 Millionen Euro (nach einem Gewinn von 72,4 Millionen Euro von April bis Juni 2019) in die Bücher schreiben. Die nächsten Zahlen werden für 5. November 2020 erwartet.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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