Wirtschaftsbund: Geld zurück an Reisebüros oder keine Hilfe für die AUA

Carrier soll Erstattungsansprüche in der Höhe von 200 Millionen Euro, die heimischen Agenturen zustehen, laut dem Nationalratsabgeordneten Franz Hörl entgegen der gesetzlichen Lage nicht ausbezahlen.

Foto: Thomas Ramgraber.

Der Tiroler Wirtschaftsbundobmann und Nationalratsabgeordnete Franz Hörl (ÖVP) fordert in einer Aussendung, dass Österreich nur dann die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines unterstützen dürfe, wenn der Carrier seine Schulden in der Höhe von rund 200 Millionen Euro bei den heimischen Reisebüros begleicht. Dabei soll es sich um Zahlungen handeln, die seitens Agenturen für Flüge, die aufgrund der Corona-Streichungen gar nicht durchgeführt werden, handeln.

Die AUA würde diese Gelder entgegen Artikel 8 der Fluggastrechte-Verordnung nicht zurückbezahlen. Der Carrier ist eigentlich gesetzlich dazu verpflichtet eine Erstattung in Form des bezahlten Flugscheinpreises binnen sieben Tagen nach Stornierung/Streichung vorzunehmen. Davon sollen, so Hörl, die heimischen Reisebüros aber nichts gesehen haben und dies wirkt sich somit auf deren Liquidität zu Lasten der Endkunden aus.

„Dieses Geld ist eine essentielle Säule für die Existenz dieser wichtigen Dienstleister“, betont Hörl. Daher fordert er, dass „diese Sache vom Tisch muss, bevor man überhaupt darüber nachdenkt, die Austrian mit öffentlichen Geldern zu versorgen. Es kann sicher nicht sein, dass wir einem deutschen Konzern eine dreiviertel Milliarde Euro an Steuergeld überweisen, diese jedoch bereits getätigte Anzahlungen einbehalten. Hier braucht es rot-weiß-rote Solidarität, Austrian hin oder her“.

Austrian Airlines ist in der Branche allerdings kein Einzelfall, denn auch Mitbewerber wie Lauda, Wizzair, Eurowings, Level, Vueling und der AUA-Mutterkonzern Lufthansa versuchen sich derzeit vor gesetzlichen Erstattungsansprüchen zu drücken und versuchen ihre Kunden mit „Zwangsgutscheinen“ abzuspeisen. Wer dies nicht möchte, dem steht ein regelrechter Spießroutenlauf der Ignoranz bevor. Der Verein für Konsumenteninformation startete daher eine Aktion, um Rückzahlungen bei Austrian Airlines und Lauda einzutreiben, berichtete AviationNetOnline.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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