Winterflugplan: Lauda nimmt 21 neue Destinationen ab Wien auf

Frontalangriff auf Wizzair.

Die Lauda-Geschäftsführer Andreas Gruber und Colin Casey am Mittwoch in der Firmenzentrale in Schwechat (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Ryanair-Tochter Lauda kündigt für den Winterflugplan 2019/20 zahlreiche neue Destinationen ab Wien an. Agadir, Alicante, Athen, Thessaloniki, Birmingham, Edinburgh, Liverpool, Bordeaux, Marseille, Charleroi, Eindhoven, Göteburg Landvetter, Stockholm-Skavsta, Lissabon, Porto, Riga, Sofia, Tel Aviv, Oslo Torp, Vilnius und Münster-Osnabrück werden neu aufgenommen.

Im Sommer 2019 wird Lauda laut Firmenchef Andreas Gruber insgesamt 23 Maschinen des Typs Airbus A320 selbst betreiben. Weitere vier Boeing 737-800 werden im Rahmen eines ACMI-Vertrags von Ryanair betrieben. In Wien sind derzeit elf Maschinen stationiert, bis Sommer 2020 soll die Anzahl auf 14 Jets erhöht werden. Insgesamt will man bis dahin 35 Airbus A320 in der Flotte haben.

Ein Blick auf die vorgestellten Routen zeigt schnell, dass der direkte Wettbewerb mit Wizzair gesucht wird. Angesprochen darauf, ob man den Mitbewerber verdrängen will, sagte Gruber: "Wir sind angetreten, um für Wettbewerb zu sorgen und natürlich ist das eine klare Message an den Mitbewerb, insbesondere auch an genau diesen."

Co-Geschäftsführer Colin Casey ergänzt im Gespräch mit AviationNetOnline: "Wien ist unsere Homebase. Wir sind angetreten, um für Wettbewerb zu sorgen. Die Kunden profitieren von mehr Auswahlmöglichkeiten und damit günstigeren Ticketpreisen. Wir haben heute eine klare Ansage an all unsere Mitbewerber gemacht, die unterstreicht, dass wir gekommen sind, um zu bleiben und zu wachsen."

Die Bundesländerflughäfen sind für Lauda ein großes Kostenthema, davon ausgenommen ist Salzburg. "Die Bundesländerflughäfen sind mit unserem Kostenmodell momentan nicht kompatibel", so Andreas Gruber.  Daher liege der Fokus momentan stark auf Wien. Außerhalb des deutschsprachigen Raums soll im kommenden Jahr eine weitere Basis aufgebaut werden. Nähere Einzelheiten dazu will das Unternehmen in den nächsten Monaten kommunizieren.


Die Ryanair-Tochter Lauda feierte am 20. März 2019 ihren ersten Geburtstag (Foto: Thomas Ramgraber).

"Noch ist nicht entschieden auf welchem Flughafen oder in welchem Land die fünfte Lauda-Basis entstehen wird. Ich kann dazu nur soviel sagen, dass es ein Airport wird, auf dem bislang weder Ryanair noch Lauda aktiv sind. Wir werden einen völlig neuen Markt erschließen und in den nächsten Wochen und Monaten werden wir dann eine Ankündig machen. Aber Stand heute ist, dass wir uns noch nicht entschieden haben wo wir die zusätzliche Basis eröffnen werden", so Casey.

Die kürzlich von Bundesländerflughäfen geäußerte Kritik, dass Lauda an den Airports Konditionen haben wolle, mit denen die kleineren österreichischen Flughäfen Verluste machen würden, sagte Gruber: "Wenn man Tickets um 19,99 Euro anbieten will, dann müssen die Flughäfen auch bei den Gebühren entgegenkommen und nicht das Doppelte oder Dreifache verlangen. Ich sehe die Äußerungen nicht als Kritik, sondern entweder man arbeitet zusammen oder eben nicht."

Colin Casey verweist auch darauf, dass der an manchen Bundesländern nichtvorhandene Lowcost-Verkehr auch erhebliche Auswirkungen auf die Fluggastzahlen haben: "Es steckt viel Potential in den Bundesländerflughäfen, das aktiviert werden könnte. Je mehr Passagiere pro Jahr fliegen, desto mehr verdienen auch automatisch die Flughäfen. Wenn es aber wenig Angebot gibt, leidet darunter auch der Tourismus. Die Strategie, die manche Flughäfen in Österreich fahren, ist meiner Meinung nach das genaue Gegenteil."

Die neuen Routen auf einen Blick:


Neue App vorgestellt 

Eine weitere Neuerung ist, dass Lauda nun eine eigene App in die Stores gestellt hat. Diese ist weitgehend deckungsgleich mit jener der Muttergesellschaft Ryanair, jedoch vollständig im Design der Österreich-Tochter gebrandet.


Andreas Gruber und Colin Casey (Foto: Thomas Ramgraber).

Das Unternehmen will mittels der Mobile App insbesondere den Absatz über mobile Endgeräte erhöhen und die Nutzung mobiler Bordkarte vereinfachen. "Wir haben schon jetzt mehr als 50 Prozent unserer Buchungen über mobile Endgeräte und wollen dies noch weiter ausbauen", so Gruber.

Das Brand wird marketingtechnisch nun nur noch als Lauda auftreten. Andreas Gruber erwartet sich davon einen einfacheren und prägnanten Auftritt, erklärt jedoch auch, dass die Domain und der rechtliche Firmenname unverändert bleiben.

Crews in neuem Look
Colin Casey und Andreas Gruber stellten auch die neuen Uniformen vor, die insbesondere auch die österreichische Identität betonen sollen. AviationNetOnline berichtete als erstes Fachmedium, nähere Einzelheiten unter diesem Link

Angesprochen auf die Ähnlichkeit mit den Uniformen der Austrian Airlines sagte Andreas Gruber, dass diese sich deutlich abheben würden, allerdings hätte man bei rot-weiß-rot nicht sonderlich viele Möglichkeiten die Landesflagge darzustellen. In Österreich beschäftigt man derzeit rund 450 Flugbegleiter.


Andreas Gruber und Colin Casey mit Flugbegleitern in neuen Uniformen (Foto: Jan Gruber).

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

    Special Visitors

    National Airlines / N952CA
    Atlantic Airways / OY-RCK
    Danish Air Transport / OY-RUE
    LGW - Luftfahrtgesellschaft Walter / D-ABQA
    British Airways / G-EUPJ
    Windrose Airlines / UR-DNT
    Jet2.com / G-JZHY

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    René Steuer

    Carlo Sporkmann