Wien: Willie Walsh friert Anisec-Wachstum ein

Die Level-Langstrecke verzeichnete zuletzt Rückgänge und in Paris-Orly ist man noch immer weit hinter den Erwartungen.

Foto: Thomas Ramgraber.

Mit großen Expansionsplänen brachte IAG-Konzernchef Willie Walsh die Fluggesellschaft Anisec in Wien an den Start. Selbst Langstreckenflüge unter dem Level-Brand wurden in Aussicht gestellt, doch diese Pläne sind nun endgültig in der Schublade verschwunden, denn Walsh will mit der Marke Level in Wien nicht weiter expandieren.

„Wir hatten ursprünglich geplant zu wachsen, aber wir haben die Kapazität, die in Wien vorgesehen war, nach Amsterdam anstatt nach Wien verlagert, sodass unser Engagement in Wien begrenzt ist“, so Walsh während einer Investorenkonferenz. „In Bezug auf Wien habe ich bereits gesagt, dass Wien sehr wettbewerbsintensiv ist. Viel Wachstum auf dem dortigen Markt. Das Problem in Bezug auf Level, das wir identifiziert haben, ist der Langstreckenteil von Level. Es ist nicht das relativ kleine Kurzstrecken-Level, aber wie gesagt, Wien ist nach wie vor ein sehr wettbewerbsintensiver Markt.“

Die IAG musste im September 2019 bei den Marken Vueling und Level einen durchaus heftigen Buchungsrückgang verzeichnen. Dieser wird auch auf Handling-Probleme in Spanien, die aufgrund diverser Streiks entstanden sind, zurückgeführt. Auch weitere Faktoren würden sich, insbesondere in Spanien, auf das Buchungsverhalten der Level-Langstrecken- und Vueling-Kurzstreckenkunden auswirken. Walsh dazu: „Wir schätzen, dass auf der Grundlage der neuesten Buchungstrends, und dies ist buchstäblich in der letzten Woche in unseren Niedrigpreissegmenten, hauptsächlich bei Vueling und Level, negative Buchungsvolumina und -renditen zu verzeichnen sind. Und wir schätzen die finanziellen Auswirkungen auf 45 Millionen Euro.“

Ebenfalls wirkt sich die politische Lage in Argentinien und anderen südamerikanischen Ländern auf die Nachfrage aus. In Paris-Orly ist man weiterhin weit hinter den Erwartungen, hofft jedoch, dass sich die Situation nun durch den Wegfall von Aigle Azur und XL Airways France verbessert. Dazu Walsh während der Investorenkonferenz: „Level hat ein anhaltendes Problem in Bezug auf Argentinien, insbesondere, weil die Santiago-Buchungen hinter dem zurückbleiben, was wir erwartet hatten. Vor allem Argentinien und Lateinamerika aber auch der französische Betrieb, von dem wir erwartet hatten, dass er sich aufgrund der Schwierigkeiten einiger französischer Fluggesellschaften verbessert, sind hinter den Erwartungen. Wie wir jedoch gesehen haben, gibt es in der Regel französische Lösungen für Finanzprobleme französischer Airlines und diese Fluggesellschaften, die praktisch bankrott sind haben ihre Tätigkeit fortgesetzt. Ich würde also erwarten, dass sich die Situation in Frankreich im Laufe der Zeit verbessern wird, angesichts dessen wie sich momentan der Markt entwickelt.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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