Wien: Lauda will ab Winter 2021 über 100 Destinationen anfliegen

Zehn Millionen Tickets seit März 2018 verkauft.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die österreichische Fluggesellschaft Lauda konnte seit März 2018 insgesamt zehn Millionen Flugtickets verkaufen. Derzeit rechnet man mit 6,5 Millionen beförderten Passagieren im Jahr 2019 und strebt für 2020 zehn Millionen Reisende an. In Wien werden im Sommerflugplan 2020 insgesamt 19 Maschinen, davon vier von Ryanair betriebene Boeing 737-800, stationiert.

Firmenchef Andreas Gruber betonte im Gespräch mit AviationNetOnline, dass der Wachstumskurs fortgesetzt werden soll. So strebt man an binnen fünf Jahren mehr Passagiere als der Mitbewerber Austrian Airlines zu befördert. „Nächstes Jahr werden wir zehn Millionen Fluggäste haben, Austrian Airlines hat derzeit 13,9 Millionen. Soweit sind wir dann nicht mehr entfernt und ich betone nochmals, dass wir uns klar und deutlich zum Standort Österreich bekennen und Österreichs Airline Nummer Eins werden wollen“, so Gruber.

Expansion auch in den Bundesländern vorstellbar

Im Laufe des Winterflugplans wird die Anzahl der in Wien stationierten Mitarbeiter auf über 500 Beschäftigte ausgebaut. In Österreich und Palma sollen bis zum Sommer 2020 über 300 zusätzliche Piloten und Flugbegleiter eingestellt werden. Die Basis auf der Mittelmeerinsel wird auf insgesamt elf Maschinen aufgebaut, wobei nebst Flügen unter eigener Flugnummer auch Wetlease-Aufträge für die Muttergesellschaft Ryanair durchgeführt werden. „Der Grund für das konzerninterne Wetlease ist, dass Ryanair die Kapazitäten der Boeing 737-Max fehlen und wir daher mit unseren Airbus A320 aushelfen“, so Andreas Gruber. Als wichtige Errungenschaft bezeichnet der Manager auch, dass man im Gegensatz zu den Mitwerbern Wizzair und Anisec einen Tarifvertrag mit den Arbeitnehmervertretern abschließen konnte.

„Wir sind eine österreichische Fluggesellschaft und unser Heimatmarkt ist Österreich. Wir sind genauso eine österreichische Airline wie Austrian Airlines. Unser Eigentümer ist irisch und jener der Austrian Airlines deutsch, aber beide Firmen sind österreichische Fluggesellschaften und wir wollen innerhalb der nächsten fünf Jahre mehr Passagiere als die AUA befördern. Auch mit den Bundesländerflughäfen führen wir Gespräche, uns schweben einige interessante Strecken vor. Die Kostenstruktur muss passen.“, so Lauda-CEO Andreas Gruber.

Andreas Gruber: "Niemand darf bei Lauda krank fliegen"

Im Sommerflugplan 2020 wird der österreichische Carrier rund 80 Destinationen ab Wien anbieten. Davon wird man eigenen Angaben nach 20 ohne Mitbewerber fliegen. Ein Beispiel hierfür ist Beirut im Libanon, das mit Sommerflugplan 2020 erstmals angeflogen wird. Andreas Gruber stellte im Gespräch mit AviationNetOnline auch in Aussicht, dass ab Winterflugplan 2019/20 über 100 Ziele ab Wien angesteuert werden könnten. „Wir werden weiter rasant wachsen und noch viele spannende Destinationen aufnehmen“, so der Lauda-Chef. „Wie schon unser Gründer Niki Lauda stets betont hat, belebt der Wettbewerb dem Markt und so stellen wir uns weiterhin mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis und Streckenangebot dem Markt und dem Mitbewerb. Es sind aufregende Zeiten für Lauda, für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für unsere Passagiere. Gemeinsam arbeiten wir täglich mit Hochdruck daran, unser kontinuierliches Wachstum fortzuführen und unseren Kunden die günstigen Flugpreise in Kombination mit einem österreichischen Service und Charme anzubieten.“

Angesprochen auf die Kritik bezüglich des Krankenstandsmonitoring, das in den letzten Monaten wiederholt für medialen Wirbel sorgte, sagte Gruber: „Wer krank ist, darf nicht fliegen. Niemand muss sich Sorgen machen, dass er oder sie gekündigt wird. Wir schauen uns lediglich Auffälligkeiten an und suchen den Dialog mit dem betroffenen Mitarbeiter. Aber ganz klar: Niemand muss oder darf bei uns krank fliegen.“ Hinsichtlich der Anstellung der Neueintritte über die Leiharbeitsfirma Crewlink erklärte der Manager: „Die Bezahlung ist 1:1 identisch. Niemand wird mit 900 Euro abgespeist, sondern bekommt exakt gleich viel wie die direkt angestellten Kollegen.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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