Wien: Gerichtsvollzieher wartete vergeblich auf Adria Airways

Der Exekutor wartete auf ein Adria-Airways-Flugzeug auf Flug JP136, doch der deutsche Subunternehmer, der mit der rechtskräftig festgestellten Forderung gegen die slowenische Airline nichts zu tun hatte, führte den Flug dann nicht durch.

Airbus A319 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Laut Angaben des Fluggastrechteportals Fairplane sollte die Besatzung von Adria-Airways-Flug JP 136 am Donnerstagabend Besuch von der österreichischen Polizei und einem Gerichtsvollzieher bekommen. Hintergrund ist, dass die Airline trotz vorliegendem rechtskräftigen Gerichtsurteil und mehrerer Zahlungs- sowie Vollstreckungsanordnungen eine Entschädigungsleitung in der Höhe von 250 Euro nicht bezahlt haben soll.

Doch dazu kam es ungeachtet einer Medienmitteilung des Portals Fairplane nie, denn Adria Airways ließ in Ljubljana zunächst die Passagiere einsteigen, anschließend wieder aussteigen und nach mehreren Stunden bekamen die Fluggäste die Mitteilung, dass ihr Flug JP 136 nach Wien gestrichen wurde. Obendrein hätte der geplante Kurs mit einem Wetlease-Flugzeug von einer deutschen Fluggesellschaft durchgeführt werden sollen. Der ACMI-Auftragnehmer steht in keinem Zusammenhang mit der Angelegenheit und wäre auch nicht pfändbar gewesen, da das betroffene Flugzeug nachweislich im Eigentum der deutschen Airline und nicht von Adria Airways steht.

Jedenfalls führte das deutsche Luftfahrtunternehmen den Flug JP136 nicht aus, so dass Adria Airways den Kurs streichen musste und in Wien Exekutor und Polizei vergeblich auf die Ankunft der vermeintlichen Adria-Airways-Maschine warten mussten. Doch jenem Bombardier CRJ-900, mit dem die Slowenen derzeit im Auftrag von Austrian Airlines unterwegs sind, einen spontanen Besuch abzustatten, wäre laut Fairplane so kurzfristig nicht möglich gewesen. Das Unternehmen verwies darauf, dass hierfür vorab "einiges an Papierkram nötig ist".


Jener Flug, auf den der Gerichtsvollzieher und die Polizei warteten, kam nie. Er wurde gestrichen. (Screenshot: Flughafen Wien AG).

Dennoch muss Adria Airways nun jederzeit in Wien mit dem Besuch eines Gerichtsvollziehers rechnen, der im Extremfall sogar das Flugzeug, sofern es kein Wetlease, durchgeführt von einem Drittunternehmen, ist. Sobald die gerichtlich festgestellte Schuld bezahlt ist, entfällt auch ein mögliches Tätigwerden eines Exekutors.

Der Rückflug JP137 von Wien nach Ljubljana musste übrigens auch gestrichen werden, wobei die Fluggäste erst rund fünf Minuten vor planmäßigem Abflug informiert wurden. Etwas unprofessionell, wenn man bedenkt, dass schon länger bekannt war, dass keine Maschine aus Ljubljana nach Wien kommen wird...

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

    Special Visitors

    Vueling Airlines / EC-NAJ
    Lufthansa / D-AIHZ
    Rossiya Airlines / VQ-BAS
    Air China / B-2035
    Etihad Airways / A6-BLV
    TUI Airlines Belgium / OO-JAF
    easyJet Europe / OE-IVA

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    René Steuer

    Carlo Sporkmann