Wien: BMVIT vergibt Bodenverkehrslizenz an AAS

Airline Assistance Switzerland AG soll ab 1. Jänner 2020 Celebi Österreich ersetzen.

Flughafen Wien (Foto: Thomas Ramgraber).

Das Bundesverkehrsministerium unterfertigte am Mittwoch den Bescheid über die Vergabe der zweiten Bodenverkehrslizenz am Flughafen Wien. Der Zuschlag wurde an den schweizerischen Anbieter AAS (Airline Assistance Switzerland AG) vergeben, wie eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber AviationNetOnline bestätigte.

Die weitere Vorgehensweise ist nun, dass den acht Ausschreibungsteilnehmern der behördliche Bescheid nun zugestellt wird. Wie in jedem hoheitlichen Verfahren gibt es eine Rechtsmittelfrist, innerhalb jener die Bewerber den an AAS erteilten Zuschlag anfechten können. Diverse Bieter haben dies bereits im Vorfeld angekündigt, beispielsweise Swissport, die auch erklärte, dass man erst am 2. Oktober 2019 darüber informiert wurde, dass AAS nachträglich im Verfahren zugelassen wurde.

Der bisherige Lizenzinhaber Celebi wird damit – vorbehaltlich der Ergreifung von Rechtsmitteln – per 31. Dezember 2019 die Rechtsgrundlage zur Erbringung von Bodenverkehrsdienstleistungen am Flughafen Wien verlieren. Der neue Anbieter, AAS, wird per 1. Jänner 2020 diese Aufgaben übernehmen und will sich in Kürze in der Öffentlichkeit vorstellen. Laut Ministerium soll die Belegschaft von Celebi per Betriebsübergang von AAS übernommen werden, wobei zu den genauen Konditionen von offizieller Seite her keine Angaben gemacht wurden. AAS bekräftigt aber, dass es die bisherigen Konditionen von Celebi sein werden.

Die AAS-Lizenz ist bis 24. Oktober 2026 gültig. Weiters kündigt das BMVIT an, dass der Übergang von Celebi auf AAS in "enger Abstimmung mit dem Flughafen und der AAS" erfolgen soll. Hierbei wolle man sicherstellen, dass ein Chaos vermieden werden kann. Der Celebi-Betriebsrat bezweifelte bereits vom Vorfeld, dass dies gelingen kann.

"Aktuell werden rund 83 Prozent der Flugbewegungen und damit der Großteil der Airline-Kunden durch das Ramp-Handlingservice der Flughafen Wien mit rund 2000 Beschäftigten abgefertigt. Rund 17 Prozent der Flugbewegungen anderer Airlines bzw. etwas mehr als 400 Beschäftigte beim derzeitigen Ground Handling-Anbieter Celebi sind von der Lizenzveränderung betroffen. Um eine möglichst störungsfreie Dienstleistungsversorgung der Airlinekunden und Passagiere ab 1. Jänner 2020 sicherzustellen, muss der neue Lizenzinhaber ehestens seine Arbeit aufnehmen und alle notwendigen Vorbereitungen treffen. Entscheidend ist vor allem, den bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des bisherigen Lizenzinhabers Celebi Sicherheit und Klarheit zu ihrem künftigen Arbeitsplatz zu geben. Sollte es in der Anfangsphase dennoch zu operativen Engpässen kommen, wird sich die Flughafen Wien AG jedenfalls nach Kräften bemühen, mitzuhelfen, dass eventuelle Übergangsprobleme nicht zu Lasten von Passagieren und Airlinekunden gehen", teilte der Flughafen Wien in einer kurzfristigen Medienerklärung mit.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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