Wien: Auch Technikbetriebe mussten auf COVID-19 reagieren

Ryanair Engineering erhöhte die Sicherheitsvorschriften zum Schutz der Mechaniker enorm.

Foto: Thomas Ramgraber.

Auch Betriebe, die auf die Wartung von Verkehrsflugzeugen spezialisiert sind, bekommen derzeit die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. So müssen zusätzliche Sicherheitsanordnungen der EASA und der jeweiligen Regierungen eingehalten werden, um die Mechaniker vor möglichen Ansteckungen schützen zu können.

Ryanair Engineering ist seit Jänner 2020 auf dem Flughafen Wien-Schwechat tätig und betreut Maschinen der Typen Airbus A320 und Boeing 737 im Auftrag von Lauda und Ryanair sowie für Drittkunden. Der Betrieb ging aus der Übernahme der einstigen Techniksparte der Fluggesellschaft Lauda hervor. David Main, Leiter von Ryanair Engineering Wien, erklärte im Gespräch mit AviatioNetOnline, dass man bereits seit mehreren Wochen die Techniker auf das sensible Thema COVID-19 vorbereitet habe und auch entsprechende Vorkehrungen und Maßnahmen gesetzt habe. „In unserem Hangar gibt es Desinfektionsmittel und Seife zur freien Nutzung. Unsere Mitarbeiter wurden mittels Rundschreiben, Plakaten und vergangene Woche auch in Meetings über die Schutzmaßnahmen informiert. Wir halten sämtliche Vorgaben der EASA und der österreichischen Bundesregierung ein“, so Ryanair Engineering auf Anfrage-

Derzeit arbeiten die Techniker für sich in ihren Bereichen und haben dadurch enorm viel Abstand und keine sozialen Kontakte zu ihren Kollegen. Die Mitarbeiter wurden für das ernste Thema COVID-19 sensibilisiert und halten die Bestimmungen und Empfehlungen genau ein.

Die Fluggesellschaft Lauda verfügt über keinen eigenen Technikbetrieb mehr, sondern hat Ryanair Engineering mit der Erbringung der entsprechenden Services beauftragt. Dabei handelt es sich um ein Drittkundengeschäft, wobei Lauda alternativ auch andere Anbieter, beispielsweise Lufthansa Technik wählen hätte können. Das für Ryanair Engineering am Standort Wien tätige technische Personal ist über die DM Aircraft Maintenance GmbH beschäftigt.

Auf AviationNetOnline-Anfrage erklärten mitbewerbende Wartungsbetriebe, dass ebenfalls vergleichbare Schutzmaßnahmen aufgrund der Coronakrise gesetzt wurden und sämtliche Vorschriften der EASA und der österreichischen Bundesregierung eingehalten werden. Insbesondere erhöhten sämtliche Anbieter den Abstand zwischen den Arbeitern durch den Einsatz von weniger Personal.

Die Technik-Teams von Ryanair Engineering Wien und Austrian Airlines Technik sind derzeit bemüht darum, dass die für die Rückhol-Flüge der österreichischen Bundesregierung benötigten Flugzeuge jederzeit einsatzbereit sind. Weiters müssen an den abgestellten Maschinen regelmäßig kleinere Arbeiten vorgenommen werden, um diese nach den Vorschriften flugtauglich halten zu können. Würde man diese unterlassen, so hätten Austrian Airlines und Lauda beim Neustart ernsthafte technische Probleme.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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