Vorstand der CU tritt zurück

UFO-Konkurrenz bröckelt

(Foto: Lufthansa)

Der für Flugbegleiter zuständige Teil der IGL (Industriegewerkschaft Luftfahrt) befindet sich in stürmischem Fahrwasser. Der sechsköpfige Vorstand der Cabin Union (CU) hat seinen sofortigen Rücktritt erklärt, wie aus einem Schreiben an die Mitglieder hervorgeht, das AviationNetOnline vorliegt. "Wir sind gestartet um Tarifverträge zu machen und stellen mittlerweile fest, dass wir nicht am Tariftisch sitzen und eine andere große Gewerkschaft durch LH rehabilitiert wurde", heißt es dort.

Man sei "für eine Vision an den Start gegangen", müsse aber nun feststellen, "dass diese Vision nicht angenommen wurde". Öffentlich wurde immer wieder aufgrund von Satzungsproblemen die Tariffähigkeit der CU angezweifelt, weswegen viele Flugbegleiter offenbar zögerten, in die Gewerkschaft einzutreten.

Ausbleibende Neu-Mitglieder sind zudem ebenfalls Grund für den Rückzug des Vorstands. "Wir haben in den ersten Tagen über Hundert Eintritte vermelden können. Dann allerdings stockte die Welle, auf die wir alle gehofft hatten. Oft wurde uns gesagt, man warte noch ab, wir hätten ja noch nichts erreicht und seien noch nicht offiziell gegründet und konstituiert."

Existenzberechtigung infrage gestellt
Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte die CU mitten im Konflikt mit UFO zu einem Spitzengespräch eingeladen. Aber: "Weder das Spitzengespräch noch die Konstituierung und auch nicht das veröffentlichte Forderungspaket hat all die Kollegen die noch 'abwarten' dazu bewogen, tatsächlich bei uns einzutreten. Gleichzeitig hatten wir intern immer wieder mit Problemen zu kämpfen." Die Mitgliederzahl kam nicht über eine niedrige dreistellige Anzahl hinaus, heißt es aus dem Umfeld der Gewerkschaft.

Dabei galt die CU lange als größte Konkurrenz der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Denn im Gegensatz zu Verdi, ist die CU noch unbelastet. Allerdings warf Sozialforscher Elmar Wigand jüngst im Interview mit AviationNetOnline die Frage auf, ob es eine dritte Gewerkschaft im Bereich Flugbegleiter brauche: "Ohne klares, eigenständiges Profil droht die Abspaltung, marginalisiert und langfristig aufgrund von Erfolglosigkeit zermürbt zu werden.“

Beobachter sehen in der jetzigen Entscheidung den Anfang vom Ende der CU. Es fehle neben Mitgliedern an einem klaren Profil, kritisieren sie. Die CU hingegen blickt nach vorn und will auf einer außerordentliche Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand wählen.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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