Vida will nicht mit den "ausländischen Airlines" AUA und Lauda verhandeln

Beide Carrier wollen die Löhne kürzen. 

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Fluggesellschaften Austrian Airlines und Lauda üben derzeit erheblichen Druck auf ihr Personal, aber auch die Gewerkschaft aus, denn die Löhne und Gehälter sollen aufgrund der Corona-Pandemie und der höchstwahrscheinlich äußerst schwierigen Wiederanlaufphase gekürzt werden. Vida-Chef Roman Hebenstreit wurde beispielsweise von der Lauda-Geschäftsleitung wiederholt zu Gesprächen eingeladen, jedoch sagte er gegenüber dem Kurier, dass er weder mit Austrian Airlines, noch mit Lauda verhandeln werde. Die Vida lasse sich nicht von „ausländischen Airlines“ erpressen.

Bei Austrian Airlines stehen erhebliche Lohnkürzungen an, so auch der Abschluss eines neuen Kollektivvertrags angestrebt wird. Der Bord-Betriebsrat kritisierte am Donnerstag heftig, dass dabei Gehälter herauskommen könnten, die „an und unter der Armutsgrenze“ liegen. AviationNetOnline berichtete.

Lauda hingegen fordert, dass bis zum 21. Mai 2020 ein neuer Kollektivvertrag abgeschlossen wird. Dazu wurde dem fliegenden Personal der Basis Wien, der Gewerkschaft Vida und der Wirtschaftskammer ein Entwurf vorgelegt. Sollte es zu keinem Abschluss kommen, so wird die Airbus-Basis Wien mit Monatsende geschlossen und Maschinen der Konzernschwestern übernehmen die bislang von Lauda bedienten Routen. Die betroffenen 560 Mitarbeiter sollen bis 14. Mai 2020 ihre Zustimmung zu den neuen Lohnkonditionen erteilen.

Zwischenzeitlich wurde durch ein Rundschreiben bekannt, dass sich die Lauda-Geschäftsleitung gar mit dem eigentlich nicht anerkannten Betriebsrat treffen will, da dieser für den Fall des Falles einen Sozialplan verhandeln möchte. Von Vida-Chef Hebenstreit habe man trotz wiederholter Einladungen zu Gesprächen allerdings keine Antwort erhalten. Über den Kurier richtete dieser nun aus, dass er weder mit der AUA noch mit Lauda verhandeln werde, da die Gewerkschaft sich nicht von „ausländischen Airlines“ erpressen lasse.

Vida drängt seit vielen Jahren auf den Abschluss eines Branchen-Kollektivvertrags, jedoch wird dieser von der Wirtschaftskammer stets abgelehnt. Offenbar strebt man nun aufgrund der komplizierten Lage bei den beiden größten heimischen Airlines einen neuen Anlauf für den Abschluss eines Kollektivvertrags zu starten. Dass man hierbei bei der Wirtschaftskammer auf Anklang stößt, gilt als durchaus unwahrscheinlich.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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