Vida kritisiert "Unterbietungswettbewerb zwischen Lauda und Wizzair"

Satzung des AUA-KVs wird neuerlich gefordert.

Foto: Thomas Ramgraber.

Die ÖGB-Teilgewerkschaft Vida kritisiert in ihrer jüngsten Aussendung das Marktverhalten der Fluggesellschaften Lauda und Wizzair am Standort Wien. Nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter würden diese sich den „härtesten Unterbietungswettbewerb“ liefern und dieser würde in weiterer Folge auch zu Lasten der Beschäftigten gehen.

„Preiswettbewerb nach unten spielen bzw. manche mitspielen müssen, um nicht auf der Strecke zu bleiben, gerät vor allem das Personal weiter unter Druck. Den härtesten Unterbietungswettbewerb betreiben Wizz Air und Lauda. Es kann auch nicht im Interesse der Wirtschaftskammer sein, dass sich ihre Mitglieder untereinander Zerfleischen und weitere Arbeitsplätze vernichtet werden“, spielt Fachbereichsvorsitzender Daniel Liebhart auf das letzte AUA-Personaleinsparungspaket an. Hinsichtlich Lauda verweist der Gewerkschafter abermals darauf, dass die jüngste Nichtanwendung des Kollektivvertrags für Neueinstellungen über die Leiharbeitsfirma Crewlink ungesetzlich sein soll.

Der Wirtschaftskammer Österreich wirft Vida vor, dass diese ihre „schützende Hand“ über die ungarische Billigfluggesellschaft Wizzair legen würde. Seit zwei Jahren würde die WKO Verhandlungen über einen Kollektivvertrag verweigern. Davon soll sich die Wirtschaftskammer nach Ansicht der Gewerkschaft auch nicht abbringen lassen.

„Die WKÖ hat sich mittlerweile offenbar zur Gänze von ihrer Verantwortung als Kollektivvertragspartner verabschiedet. Sollte die WKÖ noch zu ihrer Verantwortung stehen, muss sie ihrem Mitglied Lauda zumindest rasch deutlich machen, dass ein Kollektivvertrag nur durch einen der beiden KV-Partner Gewerkschaft oder WKÖ per Kündigung und nicht durch Lauda selbst für ungültig erklärt werden kann“, fordert Daniel Liebhart.

An die neue Bundesregierung wendet sich Vida mit nachstehenden Forderungen:

„1. Durch die KV-Satzung des AUA-KV, für Airlines ohne KV, einheitliche Spielregeln bei Gehalt und freien Tagen schaffen

2.  Alle Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Staaten müssen evaluiert werden, inwieweit durch sie ein Dumpingwettbewerb ermöglicht wird.

3.  Schaffung eines Registers für alle Personen, die in Österreich ihre Bordpersonal-Homebase haben

4. Dumpingstrafen in die Flughafengebühren sowie spezifische Regelungen für das fliegende Personal ins nationale Anti-Lohn- und Sozialdumpinggesetz einarbeiten

5. Es muss für ausreichend Kontrollpersonal, insbesondere in der Sozialversicherung und beim Arbeitsinspektorat, gesorgt werden, damit die Gehaltsabrechnungen und arbeitsrechtlichen Vorschriften wirksam kontrolliert werden können.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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