Vida gibt grünes Licht für Lauda-Kurzarbeit

Geschäftsleitung muss mit dem Arbeitsmarktservice noch Fragen wegen der Arbeitszeit klären.

Foto: Jan Gruber.

Die Gewerkschaft Vida teilte am Mittwochabend in einem Anschreiben an das fliegende Personal der Fluggesellschaft Lauda mit, dass man für die Kurzarbeit eine Zustimmung zur Sozialpartnervereinbarung an das Arbeitsmarktservice Österreich erteilt habe. Nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter ist es nun so, dass wenn das AMS die letzten offenen Fragen mit der Geschäftsleitung geklärt hat, wird dieses die Kurzarbeit für die 559 betroffenen Lauda-Mitarbeiter bewilligen.

Kritik übt die Gewerkschaft allerdings am Verhalten der Lauda-Geschäftsleitung, die seit 1. April 2020 aus David O’Brien, Andreas Gruber und Andreas Fritthum besteht: Diese habe an dem Beratungsgespräch weder persönlich, noch telefonisch teilgenommen. David O’Brien schilderte die Gründe gegenüber AviationNetOnline ausführlich. Nähere Einzelheiten zu den Ereignissen rund um den AMS-Termin in diesem Artikel.

Die Gewerkschaft Vida schreibt im Rundschreiben an die fliegenden Lauta-Mitarbeiter wie folgt im Wortlaut: „Wir haben dennoch versucht die inhaltlichen Fragen zum Antrag zu klären. Diese stellen sich insbesondere bei der Arbeitszeitberechnung. Sowohl der Betriebsrat als auch wir haben dem AMS mitgeteilt, dass wir einer Lösung zustimmen, wenn das AMS feststellt, dass die Regelung zur Arbeitszeit den notwendigen Kriterien entspricht. Das heißt, das AMS wird versuchen Klarheit in diese Thematik zu bringen. Dafür braucht es allerdings ein Mitwirken der Unternehmensführung.“ Dem Vernehmen nach will das Arbeitsmarktservice die offene Frage nun auf dem schriftlichen Weg per E-Mail mit der Lauda-Unternehmensführung klären.

Die Gewerkschaft Vida erteilte – wie berichtet – gemeinsam mit dem von der Airline-Leitung nicht anerkannten Betriebsrat eine Zustimmung zur Sozialpartnervereinbarung. Die Arbeitnehmervertreter sind nun der Ansicht, dass das Arbeitsmarktservice Niederösterreich nun über alle notwendigen Unterschriften verfügt und den Antrag bewilligen kann.

Dazu schreibt man im Wortlaut: „Das zweite Thema zur Kurzarbeit betrifft die Einbringungsform. Das heiß diskutierte Thema ist, ob der Betriebsrat der Kurzarbeit zustimmen muss. Hierfür hat der Betriebsrat gemeinsam mit uns die unterzeichnete Sozialpartnervereinbarung/Betriebsvereinbarung dem AMS überreicht. Von der Wirtschaftskammer liegt beim AMS eine Pauschalermächtigung für die Sozialpartnervereinbarungen vor. Damit hat das AMS alle notwendigen Zustimmungen und kann nach Klärung der Arbeitszeitfrage den Antrag bewilligen, wenn es ihn als förderungsfähig ansieht. Das Management verzögert mit seinem unentschuldigten Fernbleiben unnötigerweise den Prozess. Das Lauda Management ist jetzt am Zug Klarheit zu schaffen.“

Zur weiteren Entwicklung prognostiziert die Gewerkschaft Vida in ihrem Anschreiben: „Sofern das Lauda Management die restlichen Bedenken zur Kurzarbeit gegenüber dem AMS ausräumt, wird die Kurzarbeit bewilligt. Wir appellieren eindringlich an die Verantwortlichen im Unternehmen ihren aggressiven, verantwortungslosen und irrationalen Kurs zu verlassen und konstruktiv mit dem AMS zusammenzuarbeiten. Das AMS ist äußerst bemüht Lösungen zu finden. Unsere Zustimmungen hat es dafür erhalten. Das Management wäre gut beraten in diese Gespräche einzusteigen und eine sachliche Kommunikation zu führen und das österreichische Recht nicht mit den Füßen zu treten.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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