Verdi spricht mit Lufthansa über Tarifverträge

Auseinandersetzung mit UFO ist wahrscheinlich.

Airbus A350 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Neuer Gegenwind für die Flugbegleitergewerkschaft UFO: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Lufthansa-Konzern sprechen über einen Tarifvertrag für die Kranich-Kabinenmitarbeiter. Dies bestätigte eine Verdi-Sprecherin am Montag der dpa. Demnach habe es Ende vergangener Woche erste Sondierungsgespräche gegeben - weitere Termine seien vereinbart worden.

Verdi gehe es darum, die drängendsten Probleme der Beschäftigten zu lösen. Dazu müssten Bedingungen für Neueinstellungen geregelt werden, Gehalt und Zuschläge erhöht sowie das umstrittene Monitoring abgeschafft werden. Lufthansa sagte laut dpa, dass Verhandlungen mit Verdi “grundsätzlich eine Option” wären. 

Verdi könnte an neue Mitglieder kommen

Vermutlich ist dies der Beginn einer heftigen Auseinandersetzung. Zwar witzelt die Branche, dass Verdi bereits ein fertiges Tarifpapier in der Schublade hat, doch agieren die Gewerkschafter mit den jetzigen Sondierungen noch sehr zaghaft. Denn anders als in den meisten deutschen Industriebereichen bekam Verdi in der Luftfahrt nie flächendeckend einen Fuß auf den Boden. Seit 2002 verhandelt Lufthansa mit UFO für die Kabine - die Piloten werden durch die Vereinigung Cockpit (VC) vertreten. In anderen Airlines sieht es bis auf kleine Ausnahmen nicht anders aus.

Und genau das könnte Verdi zum Verhängnis werden: Denn am Ende müssen sich die Flugbegleiter entscheiden - in einem Unternehmen müssen wegen des Tarifeinheitsgesetzes nur die Abschlüsse der Mehrheitsgewerkschaft gelten. Und die ist Verdi nicht. Auch wenn öffentlich keine Zahlen bekannt sind, sollte die kursierende Zahl von über 5000 Austritten bei UFO in den vergangenen Monaten angezweifelt werden.

Vermutlich war die Chance von Verdi, in der Lufthansa-Kabine zu neuen Mitgliedern zu kommen aber nie größer als aktuell. Denn sollte sie schnell einen Tarifabschluss mit handfesten Geschenken für die Flugbegleiter erwirken, werden die Mitarbeiter vielleicht vergessen, wie viel Kritik sie eigentlich an den Verhandlungsergebnissen Verdis bei LSG und Co. üben. Dass Lufthansa bereits eine freiwillige zweiprozentige Gehaltserhöhung für die Kabine ankündigte, dürfte Verdi dabei nicht im Weg stehen.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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