Ukraine wirbt aktiv um Wizzair-Expansion

Während Deutschland und Österreich insbesondere Inlandsflüge exorbitant teurer machen wollen, will man in der Ukraine gar die Mehrwertsteuer abschaffen und damit Flüge innerhalb des Landes deutlich günstiger machen.

Airbus A321 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Wizzair Group verkleinerte im Jahr 2015 ihre Präsenz in der Ukraine deutlich. Die lokale Tochtergesellschaft wurde geschlossen und jene Routen, die man weiterhin bediente, auf die Konzernschwester Wizzair Hungary übertragen. Bereits im Vorjahr deutete Joszef Varadi an, dass er sich ein Comeback der Ukraine-Tochter vorstellen kann. Diese könnte wieder auf dem Flughafen Kiew-Schuljani stationiert werden. 

Der Regierung der Ukraine scheinen diese Überlegungen nicht nur zu gefallen, sondern man wirbt auch aktiv um den Carrier und insbesondere darum, dass dieser die Inlandsflüge wiederaufnimmt. Besonders im Fokus sind Routen innerhalb der Ukraine zum Flughafen Kiew-Schuljani, der sich im Gegensatz zu Borispil innerhalb der Hauptstadt der Ukraine befindet. Ab diesem Airport bietet der ungarische Billigflieger zahlreiche internationale Destinationen, unter anderem Wien, an. 

Das Infrastrukturministerium der Ukraine teilte mit, dass man sich entsprechend mit Wizzair-Group-Chef Joszef Varadi getroffen habe. Angestrebt wird, dass der Anteil des Lowcost-Verkehrs auf mindestens 45 Prozent steigen soll. Der Löwenanteil der Kapazität soll sich auf internationale Routen verteilen, allerdings sollen auch Ziele im Inland nicht zu kurz kommen. Um dem Flugverkehr zusätzlichen Schub zu verschaffen, soll ein Gesetz erlassen werden, das zu mehrwertsteuerfreien Domestic-Verbindungen führen wird. Hiervon würden allerdings sämtliche Airlines profitieren. Auch hofft man darauf, dass Wizzair und andere Anbieter ihre Verbindungen zu anderen Städten der Ukraine stark ausbauen. 

Varadi erklärte, dass man einem Ausbau der Präsenz in der Ukraine stark interessiert ist und stellte abermals in Aussicht, dass die einst in Kiew-Schuljani ansässige Wizzair Ukraine reaktiviert werden könnte. Bereits heute ist der Anbieter mit einem Marktanteil von 11,5 Prozent auf Platz Zwei. Ukraine International ist Marktführer. Ryanair ist die Nummer Drei. Weiteren Schub sollen die Sanierung der Flughäfen Dnipro, Izmail und Mukachevo, aber auch ein weitgehendes Openskies-Abkommen mit der Europäischen Union bringen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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