UFO zeigt Lufthansa-Vorstand an

Vorwurf der Täuschung der Aktionäre.

Foto: UFO.

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat Anzeige gegen den Vorstand des Lufthansa-Konzerns eingereicht. Es habe zuletzt massive Diskrepanzen zwischen dem, was den Aktionären mitgeteilt und dem, was bei dem sogenannten Monitoring herausgekommen ist, gegeben. Unter anderem heißt es zur Begründung von UFO: "Der Konzernvorstand hat die Aktionäre, die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit auf der Hauptversammlung falsch über die wirtschaftliche Lage der Kabine informiert."

Das Monitoring war im letzten Tarifvertragsfächer von UFO und Lufthansa 2016 vereinbart worden. Es soll überwachen, dass Lufthansa nur dort über die tarifliche Vereinbarung hinaus in die laufenden Prozesse in der Kabine eingreifen kann, um die Personalstückkosten bis 2023 stabil zu halten. 

UFO kritisiert widersprüchliche Aussagen

In einem Lufthansa-internen Rundschreiben zum Monitoring von Ende Mai ist von "einer Fehlentwicklung der Personalstückkosten" in Höhe von 38,5 Millionen Euro die Rede. In dem Papier, das AviationNetOnline vorliegt, werde davon gesprochen, dass weitere Einschnitte beim Kabinenpersonal nötig seien. So wurde angekündigt, die Ergebnisbeteiligung zu kürzen.

Den Aktionären "erzählte man dagegen, dass die Stückkosten gefallen seien", moniert UFO. "Eines davon kann nicht stimmen." Lufthansa habe, so die Gewerkschaft weiter, mit dieser Angabe und "durch unkorrigierte Personalmengenplanung" das Geld der Mitarbeiter und Aktionäre gefährdet. Mehrfach habe man den Vorstand daher deswegen zum Gespräch gebeten, zuletzt aber "nicht einmal eine Antwort bekommen".

Durch das Monitoring seien zudem einzelne Tarifverträge gebrochen worden, weswegen UFO sich gezwungen sah, "unseren Verdacht in die Hände der Staatsanwaltschaft zu übergeben". Lufthansa und UFO verhandeln seit Monaten nicht mehr, unter anderem stellt der Konzern den Status der Gewerkschaft in Frage

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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