UFO und Condor einigen sich auf neuen Tarifvertrag

Betriebsbedingte Kündigungen sollen mit mehreren Maßnahmen verhindert werden

Flugbegleiter von Condor. (Foto: Condor)

Nach fast dreimonatigen Verhandlungen hat die Flugbegleitergewerkschaft UFO einen Tarifabschluss bei Ferienflieger Condor erzielt. Nach AviationNetOnline vorliegenden Dokumenten sind damit die Voraussetzungen für den Einstieg eines noch unbekannten Investors geschaffen, der bereits festes Interesse zugesagt hat.

Im Mittelpunkt standen betriebsbedingte Kündigungen von bis zu 150 Vollzeitmitarbeitern, denen Verdi in einem Tarifabschluss Ende vergangenen Jahres zustimmte. Dieser Schritt der konkurrierenden Arbeitnehmervertreter sei nicht abgestimmt gewesen, heißt es von UFO - obwohl man die Mehrheitsgewerkschaft bei Condor sei. "Wir möchten an dieser Stelle ganz deutlich sagen, dass wir diesen Weg für falsch halten und durch Verdi die Chance vertan wurde, bessere Lösungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter zu vereinbaren", heißt es in einem internen Schreiben.

Da ein potenzieller Investor jedoch damit gedroht hatte, die Verhandlungen über einen Einstieg bei Condor platzen zu lassen, sollte die Airline nicht einheitliche Tarifverträge abschließen können, lenkte UFO schließlich ein. "Unser Ziel war dann auf den letzten Metern, die Bedingungen für Abfindungen, zusätzlichen Sonderurlaub und einiges mehr, so sehr zu verbessern, dass Kündigungen hoffentlich dennoch nicht nötig sind."

So will UFO Kündigungen vermeiden
Dieses Ziel wolle man wie folgt erreichen: So wird die Zahl der Mitarbeiter, die seit Oktober von sich aus gekündigt haben, auf die Marke von 150 Vollzeitstellen angerechnet, wodurch noch circa 100 Jobs bleiben, "die in den nächsten zwei Monaten reduziert werden sollen". Durch weitere Teilzeitmodelle und unbezahlten Sonderurlaub werde die Zahl noch weiter reduziert. "Über diesen Weg haben wir als Solidargemeinschaft die Chance in der Kabine betriebsbedingte Kündigungen komplett verhindern."

Die Mitglieder der Condor-Tarifkommission von UFO wollen als gutes Beispiel vorangehen und zusätzliche Teilzeit sowie unbezahlten Urlaub beantragen. "Wenn alle Kabinenmitarbeiter ihre Arbeitszeit in Summe nur um wenige Prozent reduzieren, wäre die erforderliche Reduktion von 100 Vollzeitstellen erreicht."

Zusätzlich zu den bisher avisierten Zahlungen für Mitarbeiter, die freiwillig ausscheiden, konnte UFO ein Volumen von zusätzlichen 1,6 Millionen Euro verhandeln. "Dadurch kann pro Mitarbeiter eine zusätzliche Summe von bis zu 35.000 Euro an Abfindung ausgezahlt werden.“ 

UFO hatte Mitte Oktober Gespräche mit Condor-Chef Ralf Teckentrup über einen neuen Tarifvertrag aufgenommen. In dessen Verlauf waren dem Vernehmen nach immer harte Einschnitte von UFO gefordert worden. Eine Condor-Sprecherin bezeichnet die Einigung als "wichtigen Schritt zur Sicherung der Zukunft". Und weiter: "Wir bitten um Verständnis, dass wir Einzelheiten dieser Tarifverträge inhaltlich grundsätzlich nicht offenlegen.“ 

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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