UFO setzt sich erneut gegen Lufthansa durch

Konzern zieht Forderung nach Airline-übergreifender Friedenspflicht zurück.

A350 von Lufthansa: Zwist mit UFO. (Foto: www.AirTeamImages.de)

Erneuter Punktsieg für die Flugbegleitergewerkschaft UFO: Lufthansa lässt die Forderung nach einer konzernweiten Friedenspflicht fallen und will umgehend mit dem Schlichtungsprozess beginnen. Ziel sei es laut Mitteilung „den Einstieg in eine ‚große‘ Schlichtung mit Ufo noch zu ermöglichen“. Diese sollen Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise leiten.

Gleichzeitig soll es einen „Moderationsprozess“ bei Germanwings geben. UFO hatte zuletzt beklagt, dass die Geschäftsführung der Airline nicht für Gespräche zu erreichen sei. „Über die Frage, ob ein etwaiger Moderationsprozess bei Germanwings mit oder ohne verbindliche Friedenspflicht erfolgen kann, ist Lufthansa offen und gesprächsbereit“, heißt es vom Konzern.

"Willkür des Managements"

Der Lufthansa-Konzern hatte in der vergangenen Woche die eigentlich mit UFO vereinbarte Schlichtung bei der Mutter-Airline platzen lassen. Kurz zuvor forderte das Unternehmen eine konzernweite Friedenspflicht. Dies lehnte UFO ab, weil sich Lufthansa geweigert hätte, schriftliche Vereinbarungen bei Cityline, Euro- sowie Germanwings und Sunexpress Deutschland zu schließen. Es war von „Willkür des Managements“ die Rede.

Beobachter werten den jetzigen Schritt des Konzerns als erneuten Sieg für UFO. In den vergangenen Monaten hatte Lufthansa stark mit der Gewerkschaft gerungen und sogar ihren Status infrage gestellt. Nach intensiven Gesprächen Mitte November zog das Unternehmen diese Klage jedoch jüngst zurück.

UFO forciert weitere Streiks

UFO konstatiert in einer ersten Stellungnahme, dass sich das Angebot der Lufthansa zwar nach einer Lösung anhöre, aber „relevante Fallstricke, vor allem was die Rechtssicherheit angeht“ verschwiegen werden. „Jetzt wieder den Weg über eine öffentliche Kommunikationsschlacht zu suchen, statt sich mit uns zu den letzten Punkten einer bereits weitgehenden Einigung zusammenzusetzen, sind nur weitere Spielchen und alles andere als eine Lösung der vielen Konflikte“, so UFO-Vize Daniel Flohr.

Lufthansa hätte am Mittwoch die seit drei Tagen andauernden Gespräch vorzeitig abgebrochen. „Mit Vertretern der Lufthansa konnten wir insgesamt 20 Minuten sprechen. Seitens Eurowings waren gar keine entscheidungsbefugten Vertreter zu erreichen“, so UFO-Sprecher Nicoley Baublies. Man werde nun eine „kleine“ Schlichtung nur bei Lufthansa vorbereiten und „weitere Arbeitskämpfe forcieren“.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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