Lufthansa streicht jeden zweiten Flug ab Deutschland

UFO-Streik hat massive Auswirkungen hierzulande.

Foto: UFO.

Wegen des 48-stündigen Ausstands der Flugbegleiter greift Lufthansa bereits am ersten Tag massiv in den Flugplan ein. Weltweit hat die Airline für Donnerstag 700 Flüge gestrichen. Allein in Deutschland sind nach AviationNetOnline-Berechnungen 490 der insgesamt 971 angesetzten Verbindungen unter „LH“-Flugnummer annulliert. Damit bleibt gut jeder zweite Flug (50,5 Prozent) von Lufthansa ab deutschen Airports am Donnerstag am Boden – etliche weitere hatten deutlich Verspätung.

Die meisten Ausfälle gibt es an den beiden Drehkreuzen Frankfurt (200 Annullierungen) und München (160). Allerdings werden dort mit 431 bzw. 345 Abflügen auch die meisten Lufthansa-Verbindungen in Deutschland angeboten. Auch die kleineren regionalen Flughäfen, die Lufthansa vor allem an die beiden Hubs angeschlossen hat, sind am Donnerstag größtenteils betroffen.

Geplante und gestrichene Lufthansa Flüge am Donnerstag

  • Berlin-Tegel: 38 geplant / 38 gestrichen
  • Bremen: 12 / 9
  • Köln/Bonn: 11 / 10
  • Dresden: 10 / 4
  • Düsseldorf: 24 / 17
  • Frankfurt: 431 / 200
  • Friedrichshafen: 4 / 0
  • Hamburg: 35 / 28
  • Hannover: 16 / 12
  • Leipzig/Halle: 10 / 1
  • München: 345 / 160
  • Münster/Osnabrück: 9 / 3
  • Nürnberg: 9 /3
  • Paderborn/Lippstadt: 5 / 0
  • Rostock-Laage: 2 / 0
  • Stuttgart: 10 / 5

Besonders hart trifft es mal wieder Berlin. Zwar ist Lufthansa nur an einem der beiden Airports in der Hauptstadt aktiv – nämlich Tegel –, doch dort fallen am Donnerstag alle geplanten Flüge unter „LH“-Flugnummer aus.

Der deutschlandweite Streik war notwendig geworden, weil UFO unter anderem bessere Arbeitsbedingungen für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter erwirken will, der Konzern aber seit Monaten Verhandlungen mit der Gewerkschaft ablehnt. Zwei Versuche von Lufthansa, den Streik per Einstweiliger Verfügung zu stoppen, scheiterten.

Lufthansa und UFO treffen sich am Wochenende

Unterdessen scheint Bewegung in den festgefahrenen Streit zwischen Gewerkschaft und Konzern zu kommen. UFO teilt mit, dass man die von Kranich-Personalchefin Bettina Volkens vorgeschlagenen Gespräche am Wochenende wahrnehmen werde und daher vorerst darauf verzichte, die Streiks auszudehnen.

Die laufenden Arbeitsniederlegungen bei Lufthansa sollen allerdings auch am Freitag wie geplant fortgesetzt werden. Das bedeutet, dass auch morgen mit zahlreichen Ausfällen und Verspätungen beim Kranich zu rechnen ist.

Indes teilte die konkurrierende Gewerkschaft IGL mit, dass man Carsten Spohr im Zuge des gestrigen Treffens mitgeteilt habe, dass man „ab kommendem Dienstag die Arbeit für unsere Kollegen verantwortungsvoll aufnehmen und alles tun werde, um tragbare Ergebnisse zu produzieren“. Wie viele Lufthansa-Flugbegleiter in der IGL-Sparte Cabin Union organisiert sind, wurde allerdings nicht mitgeteilt. UFO nahm am „Spohr-Gipfel“ nicht teil.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...
    Autor: Carlo Sporkmann
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    Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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