UFO geht auf Streik-Tour

Arbeitskämpfe bei fünf Lufthansa-Airlines angekündigt.

Foto: Martin Metzenbauer

Nachdem das Arbeitsgericht Frankfurt Ende September die Kündigung mehrerer Lufthansa-Tarifverträge durch die Kabinengewerkschaft UFO für rechtens erklärt hatte, wittert diese nun wieder Oberwasser: Kommende Woche soll über Streiks bei insgesamt fünf Konzern-Airlines informiert werden – vorab gehen Funktionäre der Flugbegleiterorganisation auf Roadshow durch die Bundesrepublik.

Bei sechs Veranstaltungen sollen von heute an bis Samstag unter anderem in Frankfurt, München und Düsseldorf „Ansätze für alle akuten tariflichen Probleme gemeinsam diskutiert werden“, heißt es von UFO. “Seit einem Jahr führt das Management im LH-Konzern einen ‘kalten Krieg’ gegen die Kabine“, konstatiert Ex-UFO-Chef und aktueller Beauftragter des Vorstands Nicoley Baublies. „Mit Sachargumenten, Gerichtsurteilen und dem Wissen darum, dass UFO ihren Teil zu dieser Situation beigetragen hat, übte sich die Kabine in Geduld und räumte dem Konzern genügend Zeit ein, um wieder in einen konstruktiven Modus umzuschalten.“ Es würde jeder gemeinsame Lösungsversuch reichen, „um diese Eskalation zu beenden“.

UFO fordert unter anderem mehr Gehalt
UFO vertritt alle Kabinenmitarbeiter des Konzerns. Hierzu zählen die Betriebe der Lufthansa CityLine, SunExpress-Deutschland, Germanwings, Eurowings und die Muttergesellschaft Lufthansa German Airlines. Unter anderem fordert UFO mehr Gehalt (1,8 Prozent bei Lufthansa „Classic“, zwei Prozent bei Cityline) sowie aus ihrer Sicht fertig verhandelte Teilzeitregelungen (Germanwings) oder Kontrakte für die Altersversorgung (Eurowings).

„Es wird wohl niemand für unanständig halten, dass wir in Zeiten von Rekordgewinnen bereits zugesagte Einigungen oder 1,8% Gehaltserhöhung fordern“, so der stellvertretende UFO-Chef Daniel Flohr. „Schon im Juli dieses Jahres ging es um bereits fertig verhandelte Tarifverträge. Leider sieht so unsere nackte Realität aus – wir müssen zur Durchsetzung von Minimalforderungen unser schärfstes Schwert nutzen.“

Erfolg vor Gericht
Unter anderem bei Eurowings führte UFO im Sommer bereits Urabstimmungen über Arbeitskampfmaßnahmen durch, nachdem der Lufthansa-Konzern die Umsetzung des 2016 erreichten Schlichterspruchs abgebrochen hatte. Die Abstimmung setzte UFO vorzeitig aus.

Der Lufthansa-Konzern zweifelt schon seit Monaten an der Handlungsfähigkeit der Gewerkschaft und hatte zuletzt sogar deren Status infrage gestellt. Daraufhin erstattete UFO Anzeige gegen den Vorstand. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen könnten die Klärung vieler Grundsatzfragen verkomplizieren.

Vor knapp zwei Wochen erzielte UFO dann einen Teilerfolg gegen den Konzern: Das Arbeitsgericht Frankfurt entschied, dass die Kündigung von mehreren Tarifverträgen rechtens sei. Das Gericht habe die Klage der Lufthansa mit vielen Einzelanträgen vollumfänglich zurückgewiesen, heißt es von UFO.Mit der Streik-Roadshow scheint beantwortet zu sein, wie UFO auf den Erfolg vor Gericht reagiert.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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