UFO: "Bestürzt" über Verhalten der Lufthansa

"Druck auf den Konzern offenbar noch nicht groß genug"

UFO-Vize Flohr: "Keine Strategie bei Lufthansa erkennbar." (Foto: UFO)

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat das Vorgehen der Lufthansa im seit Monaten andauernden Tarifkonflikt scharf kritisiert. "Es ist bestürzend, dass der Konzern weiter ohne erkennbare Strategie agiert", sagte Gewerkschaftsvize Daniel Flohr nach dem Scheitern der dritten Vor-Schlichtungs-Gespräche zu AviationNetOnline. "Offenbar ist der Druck noch nicht groß genug.“

Flohr kritisierte, dass Lufthansa nach wie vor nicht erklären könne, "wie eine tragfähige Sozialpartnerschaft in Zukunft aussehen" solle. "Stattdessen wird immer wieder behauptet, man Strebe Verhandlungen an. Doch das sind nicht mehr als Lippenbekenntnisse. An wirklichen Lösungen im Sinne der Mitarbeiter scheint der Konzern kein Interesse zu haben."

Gewerkschaft berät sich intern
Zuvor war am Donnerstag auch die dritte Gesprächsrunde unter Teilnahme der beiden Schlichter Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weiß zwischen Lufthansa und UFO ergebnislos zu Ende gegangen. Während die Airline die Arbeitnehmervertreter für das Scheitern verantwortlich machte, spricht UFO lediglich davon, dass die Auseinandersetzungen "zu einer möglichen Mediation (...) erfolglos beendet" worden sind.

Man wolle sich nun zurückziehen und intern - auch mit Rechtsexperten - über die nächsten Schritte beraten, so die Gewerkschaft. "UFO wird sich in den kommenden Tagen mit Details zur weiteren Vorgehensweise äußern." Laut eines Insiders sind auch unbefristete Streiks denkbar.

Airline kassiert Angebot der Gehaltserhöhung
Lufthansa bezeichnete das Vorgehen von UFO als "enttäuschend". "Dies verhindert Lösungen und den damit verbundenen Frieden im Sinne unserer 22.000 Mitarbeiter", so Personalchef Michael Niggemann. Man sei weiterhin "bereit, gemeinsam in eine Mediation mit nachfolgender Schlichtung zu gehen". Zudem könne es nun keine "Vorabmaßnahmen" geben, die beide Seiten vereinbart hätten. Damit meint der Konzern vermutlich die zuletzt angebotene Gehaltserhöhung.

Lufthansa und UFO befinden sich seit mehreren Monaten in einem tiefen Konflikt. Nachdem die ehemalige Kranich-Personalchefin Bettina Volkens nach Monaten des Gesprächboykotts im November auf die Gewerkschaft zugegangen war, widerrief Konzernchef Carsten Spohr die Einigung kurze Zeit später und machte Volkens damit untragbar. Seitdem ringen beide Parteien um einen "Gesprächsansatz auf Augenhöhe", wie es Beobachter beschreiben.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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