UFO bestreikt am Donnerstag und Freitag Lufthansa

Airline arbeitet an Sonderflugplan.

Foto: Martin Metzenbauer.

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat einen Streik bei Lufthansa angekündigt: Das Kabinenpersonal ist ab Donnerstagmitternacht dazu aufgefordert, 48 Stunden lang die Arbeit niederzulegen. Der Konzern sei bereits am Freitag über die Ausstände informiert worden, betont UFO-Vize Daniel Flohr am Montag. Der Konzern habe daraufhin mitgeteilt, kommendes Jahr mit UFO reden zu wollen.

"Wie schon bei den letzten Warnstreiks, wird der gesamte Konzern von dieser erneuten Arbeitskampfwelle betroffen sein", so Flohr. Vorstand und Aufsichtsrat schädigten das Unternehmen, seine Mitarbeiter und seine Kunden vorsätzlich. "Jetzt ist es Zeit, mit gutem Gewissen das Grundrecht zu nutzen, um den Arbeitgeber zur Vernunft zu bringen."

Weitere Streiks seien jederzeit möglich. In einer Urabstimmung sprach sich in den vergangenen beiden Wochen eine Mehrheit der UFO-Mitglieder für unbefristete Arbeitskämpfe bei Lufthansa aus. UFO hatte bereits vor zwei Wochen 19 Stunden lang  mehrere Airlines des Kranich-Konzerns bestreikt: Eurowings Deutschland, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress Deutschland. Dies führte nach AviationNetOnline-Berechnungen zu mindestens 150 Flugausfällen - Lufthansa selbst spricht von 100, hatte im Voraus des Arbeitskampfs allerdings das Ziel ausgegeben, dass keine Verbindung ausfallen soll. Auch verzichtete der Konzern darauf, einen Notfallflugplan zu erstellen.

Das soll dieses Mal anders sein. Man arbeite mit Hochdruck daran, einen Sonderflugplan zu erstellen, sagte ein Konzernsprecher zu AviationNetOnline. Gleichzeitig prüfe man, rechtliche Schritte gegen den Streik. Zudem sei es falsch von UFO kommuniziert, dass man erst im nächsten Jahr mit der Gewerkschaft reden wolle. "Wir haben UFO konkrete Verhandlungen für die Zeit nach den Vorstandswahlen am 14. Februar angeboten." Sondierungen könnten hingegen sofort beginnen. In einem Schreiben mehrerer Konzern-Geschäftsführer, das AviationNetOnline vorliegt, heißt es lediglich, dass man nach dem 14. Februar in Verhandlungen mit UFO eintreten will und "im Vorfeld" für "prozessuale Sondierungen zur Vorbereitung dieses Termins zur Verfügung" stehe.

Weitere Gewerkschaften wollen Verträge 

UFO hat neben einer 1,8-prozentigen Gehaltserhöhung rückwirkend ab Juli auch noch andere Forderungen formuliert. Dazu gehört unter anderem eine zweistufige Erhöhung von Spesen um insgesamt zehn Euro, eine Erhöhung der Zulagen für die Kabinenchefs und eine tiefgreifende Neuregelung für den Geltungsbereich bestimmter Tarifverträge bei dienstjüngeren Flugbegleitern. Zudem geht es unter anderem bei Eurowings auch um die Umsetzung eines Schlichterspruchs von 2016

Lufthansa bietet von sich aus zwar eine Lohnerhöhung an, weist die anderen Forderungen aber zurück - weil sie von UFO kommen. Denn der Konzern stellt den Status der Flugbegleitergewerkschaft gerichtlich infrage und hat daher inzwischen alle Tarifverhandlungen abgebrochen. Seit kurzem führt er mit Verdi konkrete Gespräche über einen Kontrakt für die Lufthansa-Kabine. Auch die UFO-Ausgründung IGL strebt Tarifverhandlungen mit dem Kranich an

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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