Trump kostet Lufthansa fast eine halbe Milliarde Euro

Kranich-Aktie stürzt an der Börse ab

Kranich-Logo: Marktkapitalisierung geschmolzen. (Foto: Jan Gruber)

Wie schnell einzelne Ereignisse einen direkten Einfluss auf ein Unternehmen haben, mussten am Freitagvormittag die Aktionäre des Lufthansa-Konzerns schmerzhaft spüren. Kurz nach Börsenstart stürzten die im höchsten deutschen Aktienindex notierten Papiere um fast acht Prozent ab. Der Börsenwert des Luftfahrt-Konzerns schmolz um fast eine halbe Milliarde Euro.

Analysten führen dies auf zwei Umstände zurück: die Eskalation im USA-Iran-Konflikt, in dessen Folge der Ölpreis kräftig anzog, und eine vernichtende Prognose des deutschen Flughafenverbandes ADV.

"Der Ausblick auf das neue Jahr ist düster"
Demnach könnte die Zahl der Passagiere im neuen Jahr um 0,7 Prozent abnehmen, die Zahl der Starts und Landungen ab deutschen Airports sogar um 2,9 Prozent. "Der Luftverkehr am Standort Deutschland wird im Jahr 2020 den Wachstumspfad der letzten Jahre nicht halten können", zitiert die "FAZ" ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. "Der Ausblick auf das neue Jahr ist düster."

Das schwierige Wettbewerbsumfeld nach dem Marktaustritt der Air Berlin wirkt nach. Die ohnehin schon niedrigen Margen in der Luftfahrt verstärken den Kostendruck, weil die Airlines sich gegenseitig mit Kampfpreisen unterbieten. Dadurch seien weniger Flüge für den Winter und auch den folgenden Sommer angemeldet, so die ADV.

Eine Prognose des mächtigen Lobbyverbands, die dem Kranich auf dem Heimatmarkt wehtut. Aber vor allem ängstigt er die Anleger, die sich nach immer neuen Rekorden der Lufthansa sehnen.

Steigender Ölpreis belastet
Rekorde könnte auch der zweite Punkt einfahren, der die Kranich-Aktie heute belastet. Nachdem US-Präsident Donald Trump die Tötung des ranghohen iranischen Generals Ghassem Soleimani befohlen hatte und damit die Spannungen zwischen den USA und dem Iran schlagartig erhöht wurden, ist der Ölpreis deutlich angestiegen.

Zwischenzeitlich wurde für ein Barrel Öl (159 Liter) der amerikanischen Sorte WTI über 64 Euro fällig - so viel wie seit neun Monaten nicht mehr. Der Preis für das Nordsee-Öl Brent kletterte fast auf 69 Euro. Eine deutliche Belastung für Airlines, da der Kerosinpreis an dem des Rohstoffs hängt.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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