Trotz OGH-Urteil: Lauda kassiert weiterhin für den Schalter-Check-In

Carrier will nun deutlicher auf die Kostenpflicht hinweisen.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Der Oberste Gerichtshof untersagte der Fluggesellschaft Lauda aufgrund einer Klage des Vereins für Konsumenteninformation die Erhebung der umstrittenen Check-In-Gebühr in der Höhe von 55 Euro. Die betroffene Airline teilte nun mit, dass man den Buchungsprozess anpassen werde, jedoch weiterhin diesen Aufschlag für den Check-In am Schalter kassieren werde.

In einer Aussendung schreibt die Ryanair-Tochter, dass der Preis dieser „Dienstleistung“ nun während dem Buchungsprozess deutlich hervorgehoben wird und: „Alle Fluggäste werden nun zusätzlich zu den bereits bestehenden E-Mail-Erinnerungen, die vor der Reise per E-Mail zugesandt werden, während des Buchungsprozesses weitere deutliche Hinweise erhalten, online einzuchecken, um damit die Check-in Gebühr am Flughafen von 55 Euro zu vermeiden.“

Das Unternehmen behauptet weiters, dass in der Vergangenheit weniger als ein Prozent der Reisenden den kostenpflichtigen Schalter-Check-In genutzt haben sollen. Der Carrier verweist auch darauf, dass Passagiere wiederholte E-Mails zur Erinnerung an den kostenfreien Web-Check-In erhalten würden. „Der Online-Check-in reduziert Laudas Kostenstruktur und ermöglicht es allen Lauda Passagieren niedrigere Tarife anzubieten weshalb alle Passagiere angehalten werden bereits vor Ankunft am Flughafen online einzuchecken.  Die Tatsache, dass über 99 Prozent der Lauda-Kunden den online Check-in nutzen zeigt, dass Kunden mit der Check-in-Politik von Lauda vertraut sind und die Flughafen-Check-in-Gebühr kennen“, so das Unternehmen in einer Aussendung.

Geschäftsführer Andreas Gruber erklärt dazu: „Wir begrüßen die aktuelle Klarstellung durch den OGH in dieser Woche. Der OGH kritisierte die mangelnde Hervorhebung unserer Check-in Gebühr am Flughafen, die ohnehin nur von weniger als ein Prozent unserer Fluggäste bezahlt wird. Wir werden nun weitere Schritte unternehmen, um die Check-in-Gebühr während des Buchungsprozesses noch deutlicher in den Vordergrund zu rücken. Mit dieser zusätzlichen Transparenz wird nun die Forderung des OGH erfüllt, sodass nun alle Fluggäste umfassend und noch eindeutiger über unsere Check-in Gebühr am Flughafen informiert werden, die ohnehin bereits jetzt für über 99% unserer Passagiere nicht anfällt. Lauda unternimmt große Anstrengungen, um sicherzustellen, dass alle Passagiere vor dem Abflug online einchecken. Deshalb senden wir unseren Passagieren schon aktuell nicht nur eine, sondern zwei separate E-Mails, die sie daran erinnern an den Tagen vor dem Abflug online einzuchecken. Dies ist nur eine weitere Zeitverschwendung des VKI, die die Check-in-Gebühr von Lauda in der Höhe von 55 Euro nicht ändern wird, da diese ohnehin nie von mehr als 99 Prozent der Lauda-Passagiere gezahlt wurde, die alle vor ihrer Ankunft am Abflughafen keine Schwierigkeiten hatten, online einzuchecken.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

    Special Visitors

    Volga-Dnepr Airlines / RA-82042
    ROSSIYA / EI-UNP
    Antonov Airlines / UR-82007
    National Airlines / N952CA
    Atlantic Airways / OY-RCK
    Danish Air Transport / OY-RUE
    LGW - Luftfahrtgesellschaft Walter / D-ABQA

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Carlo Sporkmann

    Granit Pireci

    Michael David