Thomas Cook meldet in Deutschland und Österreich Insolvenz an

Ableger will sich von der britischen Muttergesellschaft lösen.

Airbus A320 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Mittels eines Insolvenzantrags will sich der deutsche Thomas-Cook-Ableger, dem unter anderem auch die Marken Neckermann, Öger und Bucher angehören, aus der Firmengruppe lösen. Die Thomas Cook Austria AG, die eine Tochtergesellschaft der deutschen Thomas Cook GmbH ist, plant laut Medienmitteilung einen ähnlichen Schritt.

In Deutschland wurde nun ein Insolvenzantrag eingebracht. Das Unternehmen rechnet damit, dass im Laufe dieser Woche ein vorläufiger Verwalter bestellt wird, „der die Neuausrichtung des Geschäfts im Rahmen eines Insolvenzverfahrens federführend begleitet“. Durch den Gang in dieses gerichtliche Verfahren will man sich auch aus Verflechtungen mit der britischen Thomas Cook Group plc, die laut Mitteilung liquidiert werden soll, lösen. Ziel einer Sanierung ist es, das profitable, aber schon länger durch das schwache  Geschäft von Thomas Cook in Großbritannien und den Brexit belastete Geschäft des deutschen Veranstalters selbständig fortzuführen.

„Wir hätten diesen gerichtlichen Schritt natürlich lieber vermieden, doch leider ließ sich auf dem Verhandlungsweg keine kurzfristige Lösung erreichen. Bis zur Insolvenz der britischen Thomas Cook Group waren uns die Hände gebunden, erst nach Bekanntgabe der gescheiterten Rekapitalisierungspläne der Group konnten wir aktiv eigene Verhandlungen starten. Das überaus positive Feedback aus unseren Gesprächen der letzten Tage macht uns sehr zuversichtlich, dass die Traditionsmarken Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen die Chance bekommen, bald wieder in gewohnter Weise am Markt aktiv sein zu können. Dies sind wir unseren langjährigen Kunden, engagierten Mitarbeitern und solidarischen Partnern, die uns über all die Jahre und auch in den letzten schwierigen Wochen so stark unterstützt haben, einfach schuldig“, so Thomas-Cook-Deutschland-Geschäftsführerin Stefanie Berk.

Für Österreich erklärt Ioannis Afukatudis, Vorstand der Thomas Cook Austria AG: "Wir sind zuversichtlich, dass es eine Zukunft für den sehr erfolgreichen Standort Österreich geben wird. Aus heutiger Sicht ist nicht absehbar, in welcher Form es weitergehen wird. Dank des Pauschalreiseverordnung sind unsere Pauschalreisekunden vor finanziellen Schäden abgesichert. Es gilt jetzt, in den nächsten Tagen, für alle unsere Kunden, Partner und mein Team die beste Lösung zu finden."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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