Teil 4: COVID-19-Einreisebestimmungen von Ungarn

Im vierten Teil der Mini-Serie stellt AviationNetOnline auf Grundlage der von der Botschaft von Ungarn zur Verfügung gestellten Informationen die aktuellen Bestimmungen für eine Einreise in das Nachbarland vor.

Flagge Ungarns (Foto: Pixabay).

Gerade in den Grenzregionen Österreichs war vor der Corona-Pandemie ein kurzer Ausflug ins Nachbarland eine Selbstverständlichkeit. Doch momentan sind die Grenzen auch innerhalb der Europäischen Union weitgehend geschlossen. AviationNetOnline stellte im Rahmen der Mini-Serie bereits die aktuellen Einreisebestimmungen von Liechtenstein und der Schweiz, Slowenien und Tschechien vor. 

Der vierte Teil befasst sich mit den Bedingungen von Ungarn. Die dargestellten Informationen wurden AviationNetOnline von der ungarischen Botschaft in Wien zur Verfügung gestellt. Anzumerken ist vorab, dass ein COVID-19-Gesundheitszeugnis keine Einreiserleichterung für Ungarn bringt, wohlaber bei der Rückreise nach Österreich hilfreich sein kann. 

Die moemtanen Bestimmungen werden seitens der ungarischen Botschaft wie folgt erklärt: „Die Einreise von Zügen, Autobussen, sowie Zivilflugzeugen im internationalen Personenverkehr nach Ungarn ist nicht gestattet. Die Einreise kann daher nur auf dem Landweg im Individualverkehr erfolgen. Ungarn lässt die Einreise derzeit nur für ungarische Staatsangehörige und EWR-Bürger zu, wenn diese ihren dauerhaften Aufenthalt in Ungarn durch Vorlage einer der folgenden Karten nachweisen können:

  • Daueraufenthaltskarte (állandó tartózkodási kártya)
  • EWR-Registrierungskarte (regisztrációs igazolás EGT-állampolgár részére)
  • Wohnsitzkarte (Lakcímkártya)

Eine Beantragung dieser Karten ist nur für Personen möglich, die sich in Ungarn aufhalten. Die Karten können nach derzeitigem Kenntnisstand nicht durch die Vorlage anderer Dokumente wie Mietverträge oder Bestätigungen der Universität oder des Arbeitgebers ersetzt werden.

Voraussetzung für den Transit durch Ungarn ist, dass bei der im Rahmen des Grenzübertritts obligatorischen Gesundheitsprüfung keine Verdachtssymptome auf eine Covid-19-Erkrankung festgestellt werden und die Einreise in den Zielstaat und die Durchreise durch Transitstaaten möglich ist. Der Transit hat über ausgewählte Grenzübergänge und humanitäre Korridore zu erfolgen. Der Grenzübertritt nach Ungarn ist nur in der Zeit von 21 bis 0 Uhr möglich, damit die rechtzeitige Ausreise bis spätestens 5 Uhr sichergestellt werden kann. Bei hohem Transitaufkommen, können die ungarischen Grenzübergänge für den Transitverkehr über humanitäre Korridor auch vor 0 Uhr geschlossen werden. Es wird daher empfohlen, möglichst frühzeitig am Grenzübergang einzutreffen. Für Transitreisende stehen in Ungarn eigens ausgewiesene Tankstellen und Rastplätze zur Verfügung. An anderen Orten ist ein Anhalten und Auftanken nicht gestattet. Die Einhaltung der Transitbestimmungen wird von den Strafverfolgungsbehörden kontinuierlich überwacht.” 

Die ungarische Botschaft bestätigte gegenüber AviationNetOnline, dass ein COVID-19-Gesundheitszeugnis keine Einreiseerleichterung bedeutet und fügte hinzu: „Alle Personen werden bei Einreise nach Ungarn auf Symptome untersucht. Sollten keine Verdachtsmomente für eine Erkrankung an COVID-19 bestehen, werden sie unter eine zweiwöchige epidemiologische Überwachung gestellt. Nach derzeitigem Kenntnisstand umfasst diese Maßnahme insbesondere folgende Regeln:

  1. Personen dürfen während der Dauer der Maßnahme Ihren Wohnsitz oder Aufenthaltsort nicht verlassen, keine Gäste empfangen und zu anderen Personen nur unter Einhaltung der Regeln, die die Ausbreitung der Ansteckung verhindern, Kontakt haben.
  2. Sie müssen ein Warnschild deutlich an der Vordertür Ihrer Wohnung anbringen.
  3. Wenn Beschwerden der Atemwege (Fieber, Husten, Atemnot) auftreten, müssen sie unverzüglich einen Arzt informieren.

Weitere Pflichten werden vor Ort mitgeteilt. Wer gegen diese verstößt, wird strafrechtlich verfolgt. Die Einhaltung kann von der zuständigen Behörde überprüft werden.”

Weiters weist die diplomatische Vertretung Ungarns auf nachstehende Punkte hin, die unbedingt beachtet werden müssen: „Reisende aus Italien, China, Südkorea, Iran und Israel unterliegen unabhängig ihrer Staatsangehörigkeit einem vollständigen Einreiseverbot, von dem lediglich ungarische Staatsangehörige ausgenommen sind. 

Der Flughafen Budapest ist geöffnet. Auf Grund des Landeverbots für den internationalen zivilen Luftverkehr ist jedoch damit zu rechnen, dass der Flugverkehr in naher Zukunft zum Erliegen kommt. Flughafentransit über den Flughafen Budapest ist grundsätzlich möglich. Bedenken Sie jedoch, dass Sie nicht berechtigt sind, den Transitbereich zu verlassen. Sollten Sie Ihren Anschlussflug nicht antreten können, werden Sie bis zur nächstmöglichen Fluggelegenheit im polizeilich überwachten Transitbereich festgehalten. 

Lebensmittelgeschäfte, Märkte, Drogerien und Apotheken dürfen zwischen 9 und 12 Uhr nur von Personen über 65 Jahren aufgesucht werden. Personen unter 65 Jahren müssen außerhalb dieser Zeiten einkaufen.

Es gelten auch bei un sin Ungarn Ausgangsbeschränkungen für alle. Die Wohnung kann nur mit einem durch Verordnung definierten Grund verlassen werden. Dazu gehören unter anderem (nicht abschließende Aufzählung):

  • der Weg zur Arbeit
  • Einkäufe Lebensmittel, Tabak-, Tierfuttergeschäften sowie Apotheken und Drogerien
  • Fahrten zur Tankstelle oder Reparaturwerkstatt 
  • die Begleitung tagsüber von Kindern in Kleingruppen als Aufsichtsperson
  • die Inanspruchnahme medizinischer Versorgung
  • Hilfeleistung für hilfsbedürftige Personen
  • Unaufschiebbare behördliche, Bank- oder Postangelegenheiten, die eine persönliche Anwesenheit erfordern
  • Versorgung von Tieren
  • Ausübung von elterlichen Rechten und Pflichten sowie religiösen Tätigkeiten
  • individuelle Sportaktivitäten, allein oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts, nach Möglichkeit im Grünen und unter Einhaltung des Mindestabstands

Verstöße gegen die Einschränkenden Maßnahmen werden als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld zwischen 5.000 und 500.000 Forint belegt.” 

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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