Tegel bleibt bis November offen

FBB zieht Antrag für vorübergehende Schließung zurück.

(Foto: Martin Metzenbauer)

Der Flughafen Berlin-Tegel wird nicht wie geplant wegen des Corona-bedingten Einbruchs der Passagierzahlen Mitte Juni schließen. Man habe den Antrag auf vorübergehende Befreiung von der Betriebspflicht zurückgezogen, teilt Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit. Tegel sollte ursprünglich am 15. Juni bis August schließen; nun ist das Betriebsende wie vorgesehen an den Start des BER am 31. Oktober geknüpft.

Nachdem viele europäische Staaten die Grenzen wieder öffnen und auch viele Airlines im laufenden Monat den Betrieb wieder hochfahren wollen, erwartet der Airport-Betreiber FBB, dass es an beiden Bestandsflughäfen (Tegel und Schönefeld) mit den Zahlen bergauf geht. Die Zahl der täglichen Passagiere soll im Juni von jetzt etwa 3000 wahrscheinlich auf mehr als das Doppelte ansteigen, so die FBB. Ende Juli würden bis zu 20.000 Passagiere erwartet.

Opposition kritisiert "Zick-Zack-Kurs"
Nichtsdestotrotz werde sich einiges in Tegel ändern, denn die Abstandsregeln gegen Corona gelten weiter und müssen auch dort umgesetzt werden. Diese erforderten deutlich mehr Platz und verlangsamten zudem einige Prozesse an den Flughäfen vor allem an den Sicherheitskontrollen, betont die FBB. "Insbesondere in den Stoßzeiten, in denen viele Maschinen nahezu gleichzeitig starten oder landen, müssen die Passagiere deshalb bald wieder auf möglichst viele Terminalbereiche verteilt werden."

Der Berliner FDP-Chef Sebastian Czaja kritisiert den "Zick-Zack-Kurs" der FBB im Fall Tegel scharf. "Die Verschiebung der Schließung ist nur aufgeschobenes Chaos", sagt er im Gespräch mit AviationNetOnline. Die Berliner hatten 2017 in einem Volksentscheid mit großer Mehrheit dafür gestimmt, dass der Senat alles versuchen solle, den City-Airport trotz anderslautenden Planfeststellungsbescheid auch nach der BER-Eröffnung offenzuhalten - dieser entschied jedoch, das Votum der Wähler zu ignorieren. Czaja setzt nun auf die FBB: "Hoffentlich findet sie noch rechtzeitig zur Vernunft. Denn wenn in Tegel das Licht ausgeht, verliert ganz Berlin an Strahlkraft.&qu

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als freier Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet hauptsächlichh über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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