Stephen Jones: "Wizzair fliegt ab Wien profitabel"

Carrier beschäftigt 76 Piloten in Österreich.

Wizzair-Managing-Director Stephen Jones (Fotos: Jan Gruber).

Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizzair ist mit dem Verlauf der Geschäftstätigkeit am Flughafen Wien äußerst zufrieden. Managing Director Stephen Jones bekräftige am Mittwochabend wiederholt, dass man den Break Even erreicht habe. Derzeit beschäftigt man an dieser Basis 250 Mitarbeiter, wobei seinen Angaben nach davon 76 Beschäftigte Piloten sind.

„Wir verdienen in Wien Geld und machen keine Verluste. Es ist zwar noch nicht viel, aber wir sind profitabel“, so Jones. „Natürlich wollen und werden wir in Wien weiterwachsen und prüfen ständig entsprechende Möglichkeiten. Im kommenden Jahr stocken wir auf vorerst acht stationierte Flugzeuge auf, aber dabei wird es nicht bleiben.“ Im heurigen Jahr habe die österreichische Basis bislang 2,4 Millionen Fluggäste befördert, so der Manager. Der durchschnittliche Yield liegt bei 65 Euro pro Oneway-Ticket.


Stephen Jones mit dem Wiener Basekapitän Christoph Kipper.

Der Markt in Wien ist laut dem Neuseeländer besonders wettbewerbsintensiv, jedoch wäre dies auch anderen Standorten, an denen Wizzair tätig ist so. Als Beispiele nannte er Krakau, Kattowitz und Budapest. Aus dem Umstand, dass zahlreiche Flughäfen den Carrier regelrecht umwerben und es auch zu Subventionen kommt, macht er keinen Hehl. „So können sich negative Flughafenkosten ergeben“, so Jones. „Wien ist aber ein teurer Flughafen. Wir bemühen uns immer, dass wir einen teuren Airport mit einem günstigen Airport verbinden können. Wenn man ausschließlich teuer mit teuer verbindet, ist ein Lowcost-Konzept nicht möglich.“ Dennoch erfüllten ab der österreichischen Hauptstadt zwei Routen nicht die wirtschaftlichen Vorstellungen von Wizzair, denn laut Jones musste man Bergen und Malmö einstellen.

Angesprochen darauf warum seiner Meinung nach der Mitbewerber Lauda in Wien erhebliche Verluste macht und Anisec die Präsenz bereits stark verkleinerte, meinte Stephen Jones: „Lauda hat nicht die gleiche Kostenstruktur wie Ryanair und insbesondere hohe Start-up-Kosten. Dies wirkt sich in den ersten Jahren ungünstig auf das Betriebsergebnis aus. Seriös beurteilen kann man alles erst, wenn die Start-Up-Kosten nicht mehr relevant sind. Zu Level: Es ist mir ein Rätsel warum die überhaupt existieren. Für Lauda und Wizzair ist jedenfalls genug Platz in Wien und vom Wettbewerb profitieren die Kunden.“

Die regelmäßigen Wartungen (Line) werden in Wien durch die Avia-Solutions-Tochter FL erbracht. Größe Reparaturen und Checks (Base) führt man überwiegend in Budapest bei Lufthansa Technik durch. Aus wichtigstes Asset bezeichnet Stephen Jones wiederholt die junge Flotte, die den Zugang zahlreicher A321neo in den nächsten Jahren weiterverjüngt wird. „Ausnahmslos alle Maschinen sind geleast und werden von uns acht bis neun Jahre lang genutzt. Wir können die A320neo und A321neo zu sehr günstigen Konditionen leasen und das wirkt sich positiv auf unsere Kostenstruktur aus. Die Maschinen verbrauchen erheblich weniger Treibstoff, was richtig viel Geld einspart. Die niedrigen Leasingraten machen den Einsatz dieser Maschinen ebenfalls attraktiv, weshalb wir unsere Kosten niedrig halten können. Um im Markt erfolgreich sein zu können muss man die Kosten so niedrig wie möglich halten.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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