Statistik: Österreicher reisen häufiger ins Ausland

30,4 Prozent nutzten im Vorjahr das Flugzeug als Verkehrsmittel. Die Bahn spielt praktisch überhaupt keine Rolle, während das eigene Auto immer noch am häufigsten genutzt wird, um in den Urlaub zu kommen.

Sonnenuntergang am Atlantik (Foto: Jan Gruber).

In den letzten fünfzig Jahren ist die Bedeutung von Reisen für die österreichische Bevölkerung äußerst stark angestiegen. Unternahmen in 1969 nur rund 27,5 Prozent der Einwohner eine Haupturlaubsreise, so waren im Jahr 2018 bereits 60,1 Prozent unterwegs: Damals wie heute: Das Auto ist weiterhin das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel, um die Zieldestination erreichen zu können. Zu diesem Schluss kommt Statistik Austria (vormals: Statistisches Zentralamt).

Im gleichen Zeitraum hat sich das Reisevolumen von Haupturlaubsreisen mehr als vervierfacht (1969: 2,4 Millionen, 2018: 10,2 Millionen). Die Zahl der Haupturlaubsreisen ins Ausland stieg um mehr als das Sechsfache an (1969: 1,1 Millionen, 2018: Millionen), während sich die Zahl der Urlaubsreisen im Inland mehr als verdoppelt hat (1969: 1,3 Millionen, 2018: 3,2 Millionen).

Während Österreicher früher den Ruf hatten, dass sie ihre Urlaube lieber im Inland verbringen, war dies im Jahr 2018 mehrheitlich nicht mehr zutreffend. Laut Statistik Austria verbrachten im Vorjahr 68,3 Prozent der Einwohner Österreichs ihre Haupturlaube im Ausland. Seit den 1980er-Jahren ist dieser Trendwandel zu beobachten. Zum Vergleich: Im Jahr 1969 verbrachten noch 55 Prozent der Österreicher ihren Erholungsurlaub an inländischen Destinationen und nur 13,4 Prozent zog es ins Ausland, überwiegend nach Italien. Der Rest blieb zu Hause.

Der Radius, in dem sich die österreichische Bevölkerung bei Haupturlaubsreisen bewegt, ist aber relativ klein: Seit Jahren zieht es jene, die eine Haupturlaubsreise ins Ausland machen, in den näheren Süden. Italien ist seit 40 Jahren das beliebteste Ziel für Haupturlaubsreisen im Ausland (2018: 20,7 Prozent). Im Langzeitvergleich konnten Destinationen wie Kroatien und Deutschland zulasten von Italien zulegen. Kroatien folgt 2018 erneut auf dem zweiten Platz mit 15,1 Prozent, vor Deutschland (9,1 Prozent), Spanien (7,4 Prozent) und Griechenland (5,7 Prozent).

Seit einem halben Jahrhundert ist das wichtigste Transportmittel bei Haupturlaubsreisen der Pkw (1969: 60,9 Prozent, 2018: 54,3 Prozent). 1969 spielte das Flugzeug mit einem Anteil von 3,4 Prozent nur eine geringe Rolle; bis 2018 hat sich der Anteil allerdings verzehnfacht (2018: 30,4 Prozent), was vor allem auf Kosten der Bahn und des Reisebusses geschah: Im Jahre 1969 wurde die Bahn noch bei einem Viertel aller Haupturlaubsreisen (1969: 24,5 Prozent) genutzt, im Jahr 2018 lag der Anteil nur noch bei sieben Prozent.

Während vor 50 Jahren die Hälfte der Haupturlaubsreisen noch zwischen einer und zwei Wochen dauerten, lag der Anteil im Jahr 2018 nur mehr bei 35,1 Prozent Dementsprechend ist der Anteil der Haupturlaubsreisen mit einer Dauer von fünf bis sieben Tagen gestiegen, und zwar von rund 11,7 Prozent im Jahr 1969 auf 52,2 Prozent im Jahr 2018.

Generell verreisen Österreicherinnen und Österreicher mehr im Sommer als im Winter, doch Urlaubsreisen im Winter haben an Bedeutung gewonnen. Während 1969 nur 12,0 Prozent der Haupturlaubsreisen im Winter stattfanden, lag der Anteil im Jahr 2018 beinahe bei einem Drittel (31,4 Prozent). Seit einigen Jahren ist die Tendenz zu einer saisonal gleichmäßigeren Verteilung der Reisen beobachtbar: 1969 wurden weit über die Hälfte der Haupturlaube ins Ausland in den Ferienmonaten Juli und August unternommen (61,5 Prozent), 2018 waren es nur mehr 35,8 Prozent.

Die Auswertung der Statistik Austria auf einen Blick:


Tabelle: Statistik Austria.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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