Stadt Budweis will aus dem Flughafenprojekt aussteigen

Oberbürgermeister Svoboda hält den Airport für nicht überlebensfähig und verweist auf andere tschechische Regionalflughäfen.

Flughafen Budweis (Foto: Thomas Magyar).

Die Stadt České Budějovice beabsichtigt sich aus dem Flughafenprojekt zurückzuziehen. Oberbürgermeister Jiří Svoboda erklärt im Gespräch mit Life Radio Oberösterreich, dass im Gemeinderat die Meinung überwiege, dass sich „die investierten finanziellen Mittel nicht rechnen können.“ Auch vertrete man die Ansicht und verweist dabei auf andere tschechische Regionalflughäfen, dass diese ohne Subventionen der öffentlichen Hand nicht überlebensfähig wären.

„Deshalb haben wir uns nach einer ziemlich langen Debatte im Gemeinderat darauf geeinigt, dass wir weiter mit der Region Südböhmen als zweitem Aktionär verhandeln werden, um entweder unseren finanziellen Beitrag zu senken oder die Aktien zu verkaufen. Aus dem Grund, dass sich die Investition einfach nicht rechnet“, so Svoboda. Bereits kommende Woche will der Budweiser Stadtsenat mit der Regionalregierung über den Verkauf der Anteile verhandeln. Im Gemeinderat kommen laut Life-Radio-Oberösterreich sogar Stimmen auf, die den sofortigen Abbruch des Projekts fordern. Der Airport solle dem Erdboden gleichgemacht werden, um ein finanzielles Desaster abwenden zu können, fordert ein Abgeordneter.

Oberbürgermeister Svoboda geht allerdings davon aus, dass wenn die Regionalregierung Allenaktionär des Flughafens České Budějovice wird, dass sich dann die Entscheidungsprozesse vereinfachen könnten. Den geplanten Eröffnungstermin im Jahr 2021 sieht er momentan nicht in Gefahr. Einen Verkauf an einen privaten Investor schließt der Politiker ebenfalls aus und verweist darauf, dass die Satzung der Aktiengesellschaft dies nicht vorsehen würde, jedoch könne man diese durchaus ändern.

Die weitere Vorgehensweise beschreibt Svoboda gegenüber Life Radio Oberösterreich wie folgt: „Wir werden mit der Region weiter über einen Verkauf verhandeln. Und sollten wir uns einigen, dann geht es natürlich um den Preis für die Hälfte der Anteile an der Flughafen-Aktiengesellschaft. Ich betone: Das sind die Anteile an der Aktiengesellschaft, die den Flughafen betreibt. Dieser Firma gehört nicht der Flughafen, das Rollfeld und die vielen Hektar Grund in der Umgebung. Die gehören schon jetzt ausschließlich der Region Südböhmen.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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