Spohr will wieder mit UFO verhandeln

Nach monatelanger Verweigerung sucht der Lufthansa-Chef wieder das Gespräch.

Carsten Spohr (Foto: Lufthansa).

Lufthansa-Chef Carsten Spohr traf sich am Mittwochabend mit Vertretern von Verdi und IGL, jedoch die Gewerkschaft UFO sagte ihre Teilnahme bereits im Vorfeld ab. Der Manager bezeichnet die Gespräche mit den beiden anderen Arbeitnehmervertretungen dennoch als konstruktiv und will nun „ausdrücklich auch wieder Gespräche mit der UFO“ aufnehmen.

Hinter den Kulissen gilt es jedoch noch einiges zu klären, denn Lufthansa führt ein Gerichtsverfahren, das den Gewerkschaftsstatus von UFO in Frage stellt. Die Tagsatzung ist vom zuständigen Gericht jedoch erst im April 2020 angesetzt. Es ist daher anzunehmen, dass UFO eine Rücknahme dieser Klage und ein Anerkenntnis der Gewerkschaft zur Bedingung machen könnte. Bis zuletzt bestritt der Kranich den entsprechenden Status und sprach auch dem UFO-Vorstand die Vertretungsbefugnis ab, dies unabhängig davon, dass gerichtlich das Gegenteil festgestellt wurde. Lufthansa behauptete weiterhin, dass der UFO-Vorstand nicht vertretungsbefugt wäre und verweigerte Gespräche konsequent.

Zumindest auf den ersten Blick scheint Konzernchef Carsten Spohr nun ein Umdenken einzuleiten, wobei es abzuwarten bleibt, ob auch die Unstimmigkeiten im Hintergrund geklärt und ausgeräumt werden können. Der Manager kündigte jedenfalls an, dass Lufthansa mit UFO in den Dialog treten wolle „mit dem Ziel, im Interesse unserer Kunden und Mitarbeiter die gestern von der Ufo angebotene Schlichtung zu vereinbaren“. In den letzten Monaten wurden derartige UFO-Vorschläge von Lufthansa allerdings wiederholt abgelehnt.

Derzeit findet in Deutschland ein Flugbegleiter-Streik statt, zu dem UFO aufgerufen hatte. Dieser begann um Mitternacht und soll noch bis inklusive Freitag fortgesetzt werden. Der Carrier strich eigenen Angaben nach bislang rund 1.300 Flüge. Verbindungen von Tochtergesellschaften sind derzeit nicht betroffen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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