Spiegel: Condor-Verkauf soll wackeln

Coronakrise könnte den Deal zum Platzen bringen.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Übernahme der insolventen Ferienfluggesellschaft Condor durch die polnische Staatsholding Polish Aviation Group steht offenbar aufgrund der Corona-Krise auf der Kippe. Das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet unter Berufung auf Verhandlungskreise, dass der Vollzug des Deals aufgeschoben oder gänzlich annulliert werden könnte.

Während sich LOT nicht zur Thematik äußern wollte, gab sich eine Condor-Sprecherin gegenüber dem Spiegel optimistisch und geht davon aus, dass am Donnerstag der so genannte Schutzschirmplan eine mehrheitliche Zustimmung finden werde. An diesem Tag findet die letzte Gläubigerversammlung vor dem Amtsgericht Frankfurt am Main statt. Condor rechnet damit, dass das Verfahren per Ende März verlassen werden kann und der staatliche Überbrückungskredit im April 2020 zurückgezahlt werden kann.

Doch an dieser optimistischen Darstellung zweifeln zahlreiche polnische Medien, die auch davon schreiben, dass die Fluggesellschaft LOT möglicherweise selbst aufgrund der Coronakrise Staatshilfe brauchen könnte. Auch wird das Szenario den Raum gestellt, dass der Kaufpreis nachverhandelt werden könnte, denn der Wert von Condor soll durch die Coronakrise negativ beeinflusst worden sein. Condor selbst ist allerdings der Ansicht, dass man überhaupt keine Auswirkungen verspüre. Daran zweifelt der Medienbericht des Spiegels allerdings heftig.

Kartellrechtlich sollen laut dem Nachrichtenmagazin allerdings bereits alle Freigaben vorliegen. Sollte der Deal mit der polnischen Staatsholding allerdings platzen, so könnte es für den deutschen Ferienflieger sehr eng werden. Insbesondere dann, wenn die deutsche Regierung auf die vertragsgemäße Rückzahlung des Kredits pochen sollte. Die weitere Entwicklung ist momentan noch nicht absehbar.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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