So sieht das Rettungspaket für Lufthansa aus

Staat soll Aktienpaket bis Ende 2023 wieder verkaufen.

(Foto: Lufthansa/Oliver Roesler)

Gut 20 Jahre nach ihrer vollständigen Privatisierung wird die Lufthansa wieder teilverstaatlicht. Wie der Konzern am Nachmittag mitteilte, sei er sich mit der Lenkungskommission des WSF einig geworden, dass der deutsche Staat das Unternehmen mit neun Milliarden Euro unterstützt.

  • Darunter 5,7 Milliarden Euro als Stille Einlagen in das Vermögen der Lufthansa. Die Summe wird in diesem und im kommenden Jahr mit vier Prozent vergütet werden - bis 2027 steigt der Satz auf 9,5 Prozent.
  • Hinzu kommt ein Aktienpaket für insgesamt 300 Millionen Euro. Durch die Kapitalerhöhung will der WSF eine Beteiligung von 20 Prozent erreichen. "Im Falle einer Übernahme" kann dieser Anteil auf 25 Prozent plus eine Aktie erhöht werden. Außer für den Fall verzichtet der WSF auf die Ausübung seines Stimmrechts. Die Aktien sollen spätestens bis Ende 2023 zum Marktpreis verkauft werden. Für den Zeitraum sollen zwei Sitze im Aufsichtsrat in Abstimmung mit der Bundesregierung besetzt werden.
  • Abgerundet werden die Stabilisierungsmaßnahmen durch einen Kredit der KfW und privater Banken in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro.

Lufthansa verpflichtet sich zudem dazu, auf "künftige" Dividendenzahlungen zu verzichten und die Managementvergütung zu "beschränken", wie es heißt. Beobachter kritisieren, dass dies sehr schwammig formuliert ist und weder abschließend klärt, bis wann der Konzern Gewinne nicht an Aktionäre ausschütten darf und um wie viel Prozent das Gehalt der Manager beschnitten wird.

Das Rettungspaket muss noch von Vorstand und Aufsichtsrat abgesegnet werden. Nach AviationNetOnline-Informationen soll dies am Donnerstag soweit sein. Dann muss schnellstmöglich eine Hauptversammlung einberufen werden. Zudem muss noch die EU-Kommission zustimmen. In Brüssel spielt man offenbar mit dem Gedanken, Lufthansa Slots in Frankfurt und München abzuerkennen.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als freier Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet hauptsächlichh über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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