So reagieren die Airlines auf das Corona-Virus

China riegelt Flughafen ab

Viruserreger: Bislang kein großer Eingriff in die Flugpläne. (Foto: Pixabay)

Trotz der über das Wochenende mehr als verdoppelten Zahl an Menschen, die vor allem in China an der Lungenkrankheit Corona gestorben sind, demonstriert die Reisebranche Gelassenheit. Zwar könnte der Ausbruch der Virusinfektion die Nachfrage nach insbesondere Reiseangeboten in den betroffenen Regionen erheblich schmälern, wie Axicorp-Analyst Stephen Innes sagt. Doch die Gefahren für Europa schätzt er als relativ gering.

Ein Sprecher von Lufthansa sagte zu AviationNetOnline, dass die Konzern-Airlines bislang nicht planen, den Flugverkehr nach China einzuschränken. "Wir beobachten die Situation aber natürlich intensiv und stehen auch mit den dortigen Behörden in engem Kontakt, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können." Von Frankfurt und München aus steuert Lufthansa beinahe mehrmals täglich Peking und Shanghai an. Ähnlich hoch ist die Frequentierung der Routen durch Austrian Airlines ab Wien und Swiss ab Zürich.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO lobt indes die chinesische Regierung dafür, schnelle Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen zu haben. Diese hatte bis Sonntagabend in mindestens 14 Städten die Bewegungsfreiheit der Bürger massiv eingeschränkt. Damit sind wichtige Zentren in der Zentralchinesischen Provinz Hubei abgeschottet und rund 60 Millionen Menschen quasi unter Quarantäne gestellt.

Air France fliegt nach Wuhan
Auch der Flughafen in der Elf-Millionen-Metropole Wuhan ist geschlossen. Zwei Drittel der Kapazitäten am Airport machen Flüge der chinesischen Carrier Air China, China Eastern und China Southern aus. Alle drei fliegen auch regelmäßig deutsche Airports an. China Southern teilt auf Anfrage mit, dass der eigene Flugverkehr ab Deutschland aktuell nicht beschränkt ist.

Als einzige europäische Airline steuert Air France Wuhan an. Dreimal pro Woche hebt eine A330 von Paris in die siebtgrößte Stadt Chinas ab. Man habe sich dazu entschlossen, die Flüge einzustellen, weil "die Gesundheit und Sicherheit unserer Kunden oberste Priorität hat", heißt es auf Nachfrage.

Fälle in Europa
Dabei scheint es nur eine Frage der Zeit, bis das Virus die europäischen Carrier bei China-Flügen generell zum Umdenken bringt. Nachdem bei drei Franzosen am Wochenende das Virus nachgewiesen worden war, ist auch in Österreich ein Verdachtsfall aufgetaucht.

Neben China haben laut Medienberichten auch unter anderem Japan, Thailand und die USA einige Tote durch Corona zu beklagen. Weltweit starben bislang 80 Menschen an dem Virus, etwa 3000 weitere sind infiziert. Gegen den Erreger gibt es bislang kein Impfstoff. Forscher schätzen die Inkubationszeit auf fünf bis sechs Tage.

 

 

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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