Slowenische CAA droht Adria Airways mit Entzug der Betriebsgenehmigung

Angeblich sollen sämtliche Leasingverträge seitens der Flugzeugeigentümer gekündigt worden sein.

Airbus A319 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die slowenische Zivilluftfahrtbehörde verkündete am Mittwoch, dass der angeschlagenen Fluggesellschaft Adria Airways eine Deadline bis zum 2. Oktober 2019 gesetzt wurde. Bis zu diesem Tag muss der Carrier einen qualifizierten Finanzplan, unterzeichnete Leasingverträge und den Nachweis über die vollständige Auszahlung sämtlicher Löhne und Gehälter vorlegen. Erfolgt dies nicht, werde die CAA dann per sofort die Betriebsgenehmigung entziehen und das Luftfahrtbetreiberzeugnis annullieren.

Behördenleiter Rok Marolt kündigte an, dass man dem Management um 4K Invest und Adria Airways nicht mehr entgegenkommen werde, sondern nur ausschließlich die nackten Zahlen beachtet werden. Auch wies der Beamte darauf hin, dass man die Zustimmung zu weiteren Fusionen, Übertragungen und dergleichen innerhalb der Firmengruppe versagen werde. Bis kommendem Montag muss das Management einen Plan für die finanzielle Restrukturierung vorlegen und falls dieser von der slowenischen CAA angenommen wird, so muss diese innerhalb 30 Tagen abgeschlossen sein. Werden nicht alle verlangten Nachweise lückenlos bis 2. Oktober 2019 vorgelegt und von der Behörde, könnte schon an diesem Tag OL und AOC entzogen werden. Falls die Umstrukturierung nicht gelingt, spätestens nach Ablauf der 30-Tage-Frist.

Weiters wurde mitgeteilt, dass sich die ursprünglich aus 18 Flugzeugen bestehende Flotte bereits um zehn Maschinen verkleinerte, da diese von den Leasinggebern zurückgefordert wurden. Weiters berichtet Siol.net unbestätigt, dass auch die übrigen Verträge seitens der Eigentümer der Flugzeuge aufgelöst wurden. Unter der Annahme, dass diese Information korrekt ist, so hätte Adria Airways kein Fluggerät mehr und könnte die für Donnerstag angekündigte Wiederaufnahme des Flugbetriebs nicht durchführen. Das Unternehmen äußerste sich bislang nicht.

Siol.net zitiert auch die lokale Polizei, die Ermittlungen aufgenommen hat und Anschuldigungen möglicher Wirtschaftsstraftaten prüfen will. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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