Schallenberg: "Das Außenministerium ist kein Reisebüro"

Rückholaktion ist voll angelaufen - manche Reisende wollen aber lieber ihren Urlaub verlängern.

Alexander Schallenberg (links) und Alexis von Hoensbroech (Foto: Andy Wenzel, BKA).

Die Rückholaktion aufgrund der Coronavirus-Krise für Österreicherinnen und Österreicher im Ausland ist bereits voll angelaufen: Außenminister Alexander Schallenberg erklärte am Sonntag im Rahmen einer Pressekonferenz, dass bisher 21 Notflüge aus 12 Destinationen nach Wien durchgeführt worden sind, 3.500 Menschen konnten bislang befördert werden.

Als Service für Menschen, die diese Flüge nützen wollen, wurde nun eine eigene Website eingerichtet: Unter heimflug.austrian.com kann man sich über Rückkehr-Flüge informieren und sich dafür auch gleich anmelden. Auf der Seite findet man neben den AUA-Verbindungen auch Flüge von Lauda und Level, die ja ebenfalls solche Notflüge durchführen. Wer die Reiseregistrierung des Außenministeriums - die auch für die Nutzung der Plattform verpflichtend ist - durchgeführt hat, erhält eine SMS, wenn Flüge aus dem Reisegebiet verfügbar sind.

"Wenn Sie nachhause wollen, dann beeilen Sie sich bitte"
"Ewig lange" werde es diese Rückkehrer-Flüge allerdings nicht geben, so Schallenberg, der sich allerdings noch nicht festlegte, wie lange die Aktion dauern wird. Auch zu den Kosten für den Staat gibt es derzeit keine Information - der Beitrag, den die Passagiere entrichten müssen (z.B. 500 Euro für einen Flug von Washington, D.C. nach Wien), könne die Kosten jedenfalls nicht komplett decken.

Den Österreicherinnen und Österreichern, die sich derzeit im Ausland befinden, empfahl der Außenminister jedenfalls, sich rasch um eine Rückreise - selbst organisiert oder über die Rückkehrer-Flüge - zu kümmern. "Wenn Sie nachhause wollen, dann beeilen Sie sich bitte", erklärte Schallenberg. Manche Menschen seien sich jedenfalls des Ernstes der Lage nicht bewusst - so sei es schon vorgekommen, dass Passagiere den Rückflug verschieben oder noch eine kurze Trecking-Tour einschieben wollten. Andere hätten erst vor kurzem und während der Corona-Krise eine Reise angetreten. "Das Außenministerium ist kein Reisebüro", gemahnte deshalb Alexander Schallenberg - man handle derzeit in einer Notsituation.

Bereitschaft der Crews "unglaublich groß"
Die Langstreckenflüge der Rückholaktion werden von Austrian Airlines durchgeführt - CEO Alexis von Hoensbroech erklärte während der Pressekonferenz, dass sich die Crews für diese Rotationen freiwillig melden würden. Die Bereitschaft, daran teilzunehmen sei aber "unglaublich groß", so der AUA-Chef. Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Austrian Airlines - genauso wie Alexander Schallenberg jenen des Außenministeriums sowie den hier eingesetzten Bundesheer-Rekruten seinen Dank aussprach.

Neben der Durchführung diverser Rückkehrer-Flügen hat die AUA am Samstag im Auftrag des Verteidigungsministeriums auch zwei Boeing 777 nach Xiamen in China geschickt, um dringend notwendige medizinische Ausrüstung wie beispielsweise Schutzmasken nach Österreich zu bringen. Alexis von Hoensbroech erklärte, dass er davon ausgehe, dass weitere reine Frachtflüge durchgeführt werden. "Wir haben viel Anfragen", so der Austrian-Airlines-Chef. Dazu ein Detail am Rande: Die Fracht beim Flug aus Xiamen wird im regulären Laderaum und in der Kabine der Flugzeuge transportiert. Für die Verladung auf den Passagiersitzen musste in kürzester Zeit ein rund 50-seitiges Verfahrenshandbuch verfasst und mit den Behörden abgestimmt werden.

Im Gegensatz zu weiteren Frachtrotationen sind die nächsten Rückholflüge schon geplant: So startet die AUA am 23. März von Washington, D.C., am 24. März von Mexico City über Cancun, von Punta Cana und von Havanna nach Wien. Level startet am heutigen Sonntag von Kairo und am 25. März von Barcelona in Richtung der österreichischen Hauptstadt.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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