Salzburg: Grüne Kritik am Flughafenausbau

Landshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn möchte lieber die Stadtregionalbahn ausbauen.

Das Terminal (links) stammt aus dem Jahr 1966 und ist damit nicht mehr zeitgemäß (Foto: Martin Metzenbauer).

Zwar hat der Flughafen Salzburg gerade erst das Mega-Projekt Runway-Renovierung abgeschlossen - die nächste große Investition steht aber bereits in den Startlöchern: Das aus den 1960er-Jahren stammende Terminalgebäude muss nämlich in den nächsten Jahren von Grund auf renoviert oder überhaupt durch ein zeitgemäßes Abfertigungsgebäude ersetzt werden. Konkrete Details und Entscheidungen dazu gibt es zwar noch nicht - der Kostenrahmen soll laut Medienberichten aber mehr als 100 Millionen Euro betragen.

Kritik an einem solchen Um- oder Neubau kommt nun von nicht ganz unerwarteter Seit. Die "Salzburger Nachrichten" berichteten am Mittwoch in ihrer Printausgabe, dass Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn von den Grünen die Überlegung einfordert, ob eine solche Investition überhaupt gerechtfertigt sei. "Da halte ich es für sinnvoller, dass wir 100 Millionen Euro in die Stadtregionalbahn investieren. Da haben wir mehr davon."

Kritik an dieser Forderung Schellhorns übte postwendend Walter Veit, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV): "Die Abfertigungshalle ist mit 53 wirklich in die Jahre gekommen, anderes muss zumindest genauso dringend saniert werden und lässt sich nicht mit Investitionen in die Regionalbahn abtauschen. Das ist, als würde ich anstelle des kaputten Kühlschranks ein Fahrrad kaufen." Das Investment dürfte jedenfalls ohnehin nicht von der Stadt oder vom Steuerzahler, wie man es von vielen Bahnausbauten kennt, gestemmt werden - sondern wie oft üblich von der Flughafengesellschaft selbst. 

Die Baumaßnahmen, die erst in einigen Jahren starten sollen, möge man jedenfalls strenggenommen nicht als "Ausbau" missverstehen, erklärte Salzburg-Airport-Sprecher Alexander Klaus gegenüber AviationNetOnline: "Die Infrastruktur aus dem Jahr 1966 muss in den nächsten Jahren ersetzt werden, weil sie nicht mehr heutigen Standards entspricht. Alleine im Sicherheitsbereich gibt es eine Menge neuer Auflagen, die mit einem deutlich höheren Platzbedarf einhergehen. Außerdem ist eine Adaptierung oder ein Neubau aus energietechnischer - und damit auch aus ökologischer - Sicht sinnvoll", so Klaus.

Apropos Ökologie: Die österreichischen Flughäfen haben sich darauf geeinigt, bis spätestens 2050 CO2-neutral zu werden - AviationNetOnline berichtete. Der Salzburg Airport konnte von 2010 bis 2018 den CO2-Ausstoß bereits um mehr als 45 Prozent verringern - unter anderem durch den Ausbau der Flotte von Elektrofahrzeugen. Erst vor wenigen Tagen wurde der erste E-Cargo-Master-Lader übernommen.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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