Ryanair verhandelt mit Boeing über neue Max-Flieger

Airline will Jets ab November einsetzen

(Foto: www.AirTeamImages.com)

Ryanair will mehr 737-Max-Jets bei Boeing kaufen. Man stehe in intensiven Verhandlungen, sagte CEO Michael O'Leary der Nachrichtenagentur "Bloomberg". Ryanair ist mit aktuell 210 bestellten Max-Jets eine der größten Kundinnen des Modells, hat bislang aber keine Maschine bekommen.

Denn: Nach zwei Abstürzen mit fast 350 Toten haben Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt dem Flugzeugtypen die Zulassung entzogen. Boeing schafft es seit fast einem Jahr nicht, die Max wieder in die Luft zu bringen. In der Folge musste schon der Chef gehen, die Produktion der Jets ausgesetzt werden und der Konzern einen Milliardenverlust verbuchen.

Für Boeing ist die Ankündigung O'Learys eine der seltenen guten Nachrichten. Seit Monaten bleiben die Neubestellungen für den einstigen Hoffnungsträger aus; auch ordern die Airlines weniger andere Boeing-Flugzeuge. Laut Insidern gewährt der Konzern inzwischen auf alle Modellreihen massive Rabatte.

Bedingungen an Airbus
Einen Wechsel in der homogenen 737-Flotte von Ryanair zu Boeing-Konkurrent Airbus schloss O'Leary nicht aus. Er stellte aber erneut zwei Bedingungen: Bessere Konditionen und kürzere Lieferzeiten. Auf neue Airbus-Flugzeuge müssen Airlines bei Bestellungen derzeit mehrere Jahre warten.

"Wenn der Preis stimmt, kaufen wir auch bei Airbus Flugzeuge", sagte er. "Ich interessiere mich nur für Maschinen, mit denen ich meine Betriebskosten senken kann. Aber das Auftragsbuch von Airbus ist weitgehend voll und die Preise sind seit vier oder fünf Jahren sehr hoch."

Wiederzulassung im Sommer
Mit Blick auf eine baldige Wiederzulassung der Max sagte der Manager, die Arbeiten an Software sollten bis April abgeschlossen sein, damit noch im ersten Halbjahr 2020 neue Testflüge stattfinden könnten. O'Leary rechnet nicht damit, dass europäische Airlines ihre Max-Jets "vor Ende des Sommers" wieder in Betrieb nehmen dürfen.

Ryanair selbst werde wohl im November die Max einsetzen können. Denn 20 der bestellten Flugzeuge seien schon bereit zur Auslieferung, was aber frühestens im September so weit sein könnte.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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