Ryanair: Lauda-Performance ist "unterdurchschnittlich"

Österreichische Tochter muss weiter sparen und die Erlöse aus Nebenleistungen kräftig erhöhen.

Foto: Thomas Ramgraber.

Während bei der Fluggesellschaft Ryanair der Gewinn deutlich ansteigen wird und aktuellen Prognosen der Unternehmensführung nach gar die Milliarden-Euro-Schwelle überschreiten könnte, läuft es bei der österreichischen Tochtergesellschaft nicht profitabel. Im jüngsten Geschäftsbericht der Ryanair Holdings ist zu lesen, dass „Lauda weiterhin unterdurchschnittlich abschneidet“.

Die Mainline konnte die Erlöse aus Zusatzverkäufen um fast 30 Prozent steigern, jedoch scheint dies bei der Tochter Lauda nicht so ganz zu funktionieren. Die Bestseller bei Ryanair sind kostenpflichtige Sitzplatzreservierungen und Priority Boarding, das zur Mitnahme eines Handgepäckstücks im IATA-Standardformat notwendig ist. Die Konzernführung will nun die Erlöse aus Nebenprodukten auch bei der österreichischen Tochtergesellschaft deutlich erhöhen. Wie das gelingen soll, wurde im Zuge der Präsentation der Quartalszahlen der Ryanair Group allerdings nicht gesagt.

Auch dürfte es die Manager des irischen Konzerns vor ein Rätsel stellen warum Ryanair-Passagiere offenbar kauffreudiger bei Zusatzleistungen sind, während jene der österreichischen Tochter knausriger sind. Dies zeigt aber auch, dass die Angebotstickets um 9,99 Euro so kalkuliert sind, dass über den Verkauf von Extra-Leistungen wie Check-In-Gepäck, Priority-Boarding und Sitzplatzreservierungen Geld verdient wird. Kauft der Fluggast allerdings nichts und hält sich penibel genau an alle Bestimmungen, zahlt die Airline schon allein hinsichtlich der Flughafentaxen und Steuern kräftig drauf.

Die Ryanair-Konzernleitung kündigt nun an, dass das Lauda-Management um Geschäftsführer Andreas Gruber weitere Kostensenkungen umsetzen muss. Weiters soll die „Marktdurchdringung“ kostenpflichtiger Nebenleistungen signifikant gesteigert werden. Hinsichtlich der Anzahl der beförderten Fluggäste befindet man sich voll im Plan, auf der Einnahmenseite jedoch noch nicht. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Konzernchef Michael O’Leary mit einem Verlust von 90 Millionen Euro. Dem gegenüber steht ein erwarteter Gewinn in der Höhe von bis zu 1,05 Milliarden Euro bei Konzernmutter Ryanair. Mittelfristig will der irische Konzern jedoch auch mit der Tochter Lauda in die schwarzen Zahlen fliegen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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