Russland stellt Bermuda-Registrierungen in Frage

Wiederstand gegen bestehende Praxis.

A330-300 (Foto: www.airteamimages.com).

Westliche Flugzeuge, die von russischen Fluggesellschaften betrieben werden, sind häufig auf den Bermuda Inseln oder in Irland registriert. Dies könnte sich bald ändern, denn das Außenministerium der russischen Föderation erklärte gegenüber Interfax, dass man momentan prüfe, ob die Fortführung der bilateralen Abkommen weiterhin notwendig ist.

Hintergrund der Registrierung im Ausland ist, dass nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion der russischen Luftfahrtbehörde jegliche mit im Westen produzierten Flugzeugen fehlte. Leasinggeber und internationale Banken akzeptieren bislang das russische Register nicht. Um massiven Wertverlust vermeiden zu können, werden die betroffenen Maschinen in Irland und auf den Bermuda Inseln registriert. Russland schloss entsprechenden Vereinbarungen mit den beiden Staaten ab. Für die Airline ist dies durchaus vorteilhaft, denn so können Importsteuern umgangen werden. Die Praxis ist dennoch umstritten.

Russland übt derzeit Druck auf die Fluggesellschaften aus, da beispielsweise Umbauten nur von den Bermudas oder Irland abgenommen werden müssen, nicht jedoch von der lokalen Luftfahrtbehörde. Angestrebt wird, dass dies künftig die russische CAA im Auftrag der Bermudas durchführen kann. Somit will man die Register auch gesetzlich gleichstellen. Laut CH-Aviation.com sind derzeit rund 1167 Maschinen für russische Airlines in der Luft. Davon sind 716 auf den Bermuda Inseln und 36 in Irland registriert. Die übrigen Flugzeuge sind aus heimischer Produktion und daher in Russland registriert.

Autor: René Steuer
Redakteur
René ist seit Oktober 2018 für Aviation Net tätig und bringt frischen Elan in die Redaktion.

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