Russland: Aeroflot könnte 25 Prozent an Pobeda verkaufen

Und im Gegenzug Rossija vollständig übernehmen.

A320 (Foto: Peter Unmuth).

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die russische Kartellbehörde die Marktdominanz der Aeroflot Group auf dem innerrussischen Markt nicht nur kritisierte, sondern der Regierung als Mehrheitseigentümer einen Verkauf der Billigtochter Pobeda nahegelegt hat. Doch gerade dieser Lowcoster gilt als regelrechtes Prestigeprojekt von Präsident Vladimir Putin.

Wie berichtet ist die Wettbewerbsbehörde dennoch der Ansicht, dass durch die enorm starke Verbindung zwischen Aeroflot und Pobeda die Preise für innerrussische Flüge zu hoch sind und strebt daher eine Trennung der beiden Airlines an, um für mehr Wettbewerb zu sorgen. Naturgemäß ist man von diesem Vorschlag weder bei Aeroflot noch bei der Regierung wirklich begeistert und versucht nun eine Art Spagat zu finden.

Der Aeroflot-Konzern könnte rund 25 Prozent an Pobeda, beispielsweise an eine staatliche Bank verkaufen und im Gegenzug den rund 25-prozentigen Anteil, den die Russische Förderation an Rossija hält übernehmen. 75 Prozent besitzt der Aeroflot-Konzern ohnehin bereits. Damit würde zwar ein „Investor“ an Bord kommen, jedoch wäre dann Aeroflot auch in der Lage Rossija endgültig einzugliedern, berichtet Interfax. Dies war bereits vor langer Zeit um Zuge der Fusion von Pulkovo Aviation Enterprise und Rossija geplant, wurde jedoch nie vollständig umgesetzt. Aus diesem Grund ist Rossija noch immer als weitgehend eigenständige Tochtergesellschaft in der Luft und betreibt auch einige Regierungsflugzeuge.

Vitaly Savelyev, Konzernchef der Aeroflot Group, äußerte sich gegenüber Interfax unmissverständlich dahingehend, dass er einen möglichen Totalverkauf von Pobeda für „kontraproduktiv“ hält. Ohne den Billigflieger könne man das Ziel bis 2023 rund 100 Millionen Fluggäste pro Jahr zu befördern nicht erreichen. Die Beteiligung Rossija hält Savelyev für strategisch besonders bedeutsam, wie er ausführt: „Rossiya ist ein wichtiges Unternehmen für die Gruppe. Auf dieser Basis entwickeln wir Pauschalpreise für den Fernen Osten und sorgen für eine Präsenz auf dem St. Petersburger Markt. Wir wissen aus den Medien, dass die Regierung das Paket verkaufen wird, aber wir haben noch keine Verhandlungen aufgenommen.“

Autor: René Steuer
Redakteur
René ist seit Oktober 2018 für Aviation Net tätig und bringt frischen Elan in die Redaktion.

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