Runder Tisch der deutschen Branchenvertreter

ADV fordert zudem mehr Hilfen für Airports.

Verkehr an Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt im Frühjahr (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die deutsche Luftfahrtindustrie hat auf Einladung des Luftfahrtkoordinators der Regierung, Thomas Jarzombek (CDU), am Dienstag über die derzeitige Lage der Branche diskutiert. Laut dem zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) stand ein vom BDLI (Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie) eingebrachtes Whitepaper mit dem Titel "Zero Emission Aviation" im Fokus. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat für Anfang November zu einem weiteren Branchendialog geladen.

Mit dem Konzept will der Verband "technologische Zukunftsperspektiven" schaffen, "wie durch die evolutionäre Weiterentwicklung konventioneller Technologien, neue synthetische Kraftstoffe und hybrid-elektrische Antriebe sukzessive Klimaneutralität erreicht werden kann". Die Bundesregierung unterstützt die Anstrengungen beispielsweise mit den sieben Milliarden Euro, die für die "Nationale Wasserstoffstrategie" zur Verfügung stehen. Im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets hatte sie im Frühsommer zudem eine Milliarde Euro für eine "konsequente Flottenerneuerung" ausgelobt.

Airbus hatte jüngst sein Ziel des elektronischen Fliegens aufgegeben und drei Studien für wasserstoffbasierte Flugzeugantriebe vorgestellt. "Jede Investition in Forschung und Entwicklung wird sich in der Zukunft auszahlen, mit sicheren Arbeitsplätzen und weltweit stark nachgefragten Produkten", so Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) auf dem Gipfel. "Wir müssen heute unsere strategisch wichtige Industrie retten und im Schulterschluss die Weichen stellen, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen."

ADV fordert Entlastung der Airports
Der Flughafenverband ADV vermisst aktuell eine Diskussion über die Zukunft der deutschen Airports. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zählten die Flughafen laut Verband 80 Prozent weniger Passagiere und kämpften seit Hochzeit der Pandemie im März mit Umsatzausfällen von kumuliert zwei Milliarden Euro. "Durch den dramatischen Verkehrseinbruch sind viele Flughäfen in ihrem Fortbestand gefährdet", so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Doch gerade während der Zeit des deutschen Lockdowns – der Kontaktbeschränkungen im Frühjahr – habe sich die "unverzichtbare Funktion der Flughäfen" gezeigt, so Beisel. "Als LKWs vor verschlossenen Grenzen im Stau standen, wurden versorgungsrelevante Flüge über die Flughäfen abgewickelt. Alle Flughäfen waren betriebsbereit im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge." Die ADV fordert, dass Bund und Länder unter anderem die "Lockdown-Kosten in Höhe von 740 Millionen Euro" übernehmen.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als freier Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet hauptsächlichh über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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