Politik denkt laut über Innsbruck-Schließung nach

Investitionspaket für Runwaysanierung und Terminalneubau wurde auf die lange Bank geschoben.

Flughafen Innsbruck (Foto: Klaus Jahnel).

Exakt 1.119.347 Passagiere wurden im Vorjahr am Flughafen Innsbruck abgefertigt - damit ist der Tiroler Airport nach Reisenden der zweitgrößte Bundesländerflughafen Österreichs. Als Arbeitgeber beschäftigt er rund 175 Personen - indirekt unterstützt INN dank des Urlauberverkehrs in die Tiroler Schigebiete Tausende Arbeitsplätze. Im Jahr 2017 generierte der Flughafen laut einer Studie des Österreichischen Luftfahrtverbandes 1,38 Millionen Nächtigenden mit einer Wertschöpfung von 236 Millionen Euro.

Trotz dieser Bedeutung für die Region denkt die Politik - allen voran die Tiroler Grünen, die mit Georg Willi von den Bürgermeister von Innsbruck stellen - laut darüber nach, den Airport zu schließen. Zuerst wurde laut der "Tiroler Tageszeitung" vom Bürgermeisterbüro (allerdings offenbar auf Betreiben von SPÖ-Stadträtin Elisabeth Mayr, wie ebenfalls die "Tiroler Tageszeitung" berichtet) die Beschlussfassung für das 150-Millionen-Euro-Investitionspaket von der Tagesordnung des Gemeinderats genommen. Ein Teil dieses Pakets ist ein dringend notwendiger neuer Pistenbelag, ein anderer der Terminalneubau. Ersterer ist laut dem Bericht aus Sicherheitsgründen zwar unumstritten - hinsichtlich des Neubaus gebe es aber den Wunsch, sich das noch näher anzuschauen. Die Asphaltierungsarbeiten sollten an sich 2021 über die Bühne gehen.

Schließung steht im Raum
Darüber hinaus stellt der Grüne Rathausklub aber auch die Existenzberechtigung des Flughafens in Frage, wie meinbezirk.at berichtet: So wurde von Gemeinderat Dejan Lukovic ein Antrag für eine Zukunftsstudie eingebracht: "Dabei sollen verschiedene Zukunftsszenarien durchgedacht werden, die von einem Ausbau des Status Quo, des Erhalts des Status Quo, einer Reduzierung des Flugverkehrs, einer Schließung des Innsbrucker Flughafens und weiterer auszuarbeitenden Szenarien ausgeht", heißt es in dem Antrag.

In welche Richtung die Reise im Falle einer Schließung des Airports gehen könnte, wird in der Eingabe jedenfalls gleich ausgeführt: Man solle besonderes Augenmerk auf "potenzielle Entwicklungen für freiwerdende Flächen für den sozialen Wohnbau" legen und auch auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten "durch den initialen Verlust von Arbeitsplätzen am Flughafen mit der folgenden Schaffung neuer Arbeitsplätze im potenziell bei entstehenden Stadtteil", heißt es in dem Antrag der Grünen.

Vertreter der ÖVP und FPÖ haben den Schließungsplänen laut "Tiroler Tageszeitung" eine Abfuhr erteilt, SPÖ-Stadträtin Elisabeth Mayr hingegen befürchte durch den Terminalneubau, eine "langfristige Einzementierung des Flughafens, die den Handlungsspielraum für längerfristige Überlegungen zu Verkehrs- und Klimapolitik und zu einer alternativen künftigen Nutzung des Grundstückes - Stichwort: neuer Stadtteil 2050 - einschränken" würden, wie die Politikerin von der Zeitung zitiert wird.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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