Olympia Special: "The Swan"

In weniger als zwei Wochen starten die Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Piloten und Techniker der Concorde wollen die britisch-französische Koproduktion rechtzeitig zu "London 2012" abheben lassen: "Wie auch für die Olympischen Athleten, gilt auch für uns das Motto, dabei sein ist alles." Auch der Chef von Virgin Atlantic, Richard Branson, unterstützt die "Save Concorde Group".

Fotos: Save Concorde Group

Seitdem die Concorde vor knapp zwölf Jahren am 25. Juli 2000 über den Dächern von Paris in einem Feuerball aufging und kurze Zeit später zerschellte, wurde vielen klar, dass dieses Technik-Wunder nicht mehr lange zu fliegen vermochte. Heutzutage kann man das Flugzeug, oder wie es die Bewohner von London Heathrow liebevoll den „Schwan“ nannten („She looks like a Swan in the sky, do you now how swans fly, it was Concorde“), nur mehr in bekannten Luftfahrt Museen in Großbritannien, Deutschland, Frankreich oder den USA bewundern.

Doch wenn es nach der „Save Concorde Group“ geht, könnte der Schwan der Lüfte bald wieder aus den Museen verschwinden. Gegründet wurde die Save Concorde Group im Jahr 2004 von Ross Mallett, einem begeisterterten Concorde-Fan, der zwar nie die Ehre hatte mit ihr zu fliegen, aber davon träumt, eines Tages mit ihr abzuheben:

“I had put my faith in someone doing something. I had assumed that Concorde would always be there. I was annoyed and ashamed that I could have done something, but chose to do nothing. It was too late – or was it?”

Die Idee und zugleich der Startschuss fiel am 26 November 2003 in Filton. Für zahlreiche Techniker, Piloten und Stewardessen war es das letzte Mal ehe ihr „Baby“, um welches sie sich tagtäglich kümmerten, für immer hinter verschlossenen Türen Platz nehmen würde. British Airways flog an diesem Tag zum letzten Mal eine Maschine von London Heathrow zum Airbus-Werk nach Filton in Großbritannien. Das „Fly-bye“ und die Landung auf dem Filton Airfield wurde von über 20.000 Besuchern verfolgt. British Airways hatte die 100 Plätze für den Abschiedsflug für Mitarbeiter reserviert. Vor der Landung flog die Maschine noch eine Schleife über dem Nordatlantik und durchbrach ein letztes Mal die Schallmauer.

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Mittlerweile zählen Ex-Concorde-Piloten, -Stewardessen und Vielflieger zu den Mitgliedern der Save Concorde Group. Sie alle wollen den Mythos wieder beleben und die Concorde in die Lüfte bringen. Von ihrem gemeinsamen Enthusiasmus getragen, gingen sie am 22. Oktober 2004 zur Downing Street Nummer 10, um den dort ansässigen Premier Minister von ihrem Projekt zu überzeugen. Die Übergabe der Unterlagen erfolgte vor laufenden Kameras und wurde live im Fernsehen übertragen, es war nur mehr eine Frage der Zeit, wann die ehemaligen Techniker der Concorde, unter ihrem neuen Arbeitgeber, der Save Concorde Group, an ihrem Flugzeug wieder Hand anlegen durften.

Doch die Suche nach einer passenden Concorde gestaltete sich zunächst schwieriger als gedacht, viele ehemalige Exemplare hatten längst in Museen Platz genommen oder waren auf Stelzen in die Luft gehoben worden. Jahre zogen in das Land, ehe man am Flughafen Paris Le Bourget ein geeignetes und noch im guten Zustand erhaltenes Exemplar fand. Das Flugzeug mit der Kennung F – BTSD ist eine ehemalige Concorde, die lange Zeit für Air France geflogen ist. AF war neben British Airways der einzige Betreiber der Concorde.



Im Lauf der Zeit wurden sämtliche Tests vorbereitet und die Ingenieure trafen allmählich in Paris ein. Nachdem man alle Vorbereitungen erfolgreich abgeschlossen hatte, fanden im Mai 2010 erstmals auf dem Flughafen Paris Le Bourget Triebwerkstests an einem der 4 Rolls-Royce/SNECMA-Olympus-593 Turbojet-Triebwerke mit Nachbrenner statt.



Anschließend sagte der Vorsitzende der „Save Concorde Group“, Ben Lord: „Zehn Jahre nach dem Absturz der Concorde sind die Chancen auf einen erneuten Flugbetrieb mit dem Überschallflugzeug deutlich gestiegen. Das Triebwerk sei in ausgezeichnetem Zustand. In den kommenden Wochen sollen die drei weiteren Triebwerke überprüft werden. In einem nächsten Schritt würde eine Fahrt auf dem Rollfeld getestet, bevor die am Flughafen Paris-Le Bourget beheimatete Maschine mit dem Kennzeichen F-BTSD überhaupt abhebt. Es gibt keinen technischen Grund, warum das Flugzeug nicht wieder fliegen kann.“ Neue Flüge sind laut der Save Concorde Group jedoch nur für spezielle Gelegenheiten geplant – Linienflüge sind ausgeschlossen.

Noch müssen etwa 17 Millionen Euro investiert werden“, so Lord. Das ursprüngliche Ziel, die Concorde gemeinsam mit den Red Arrows, anlässlich der Olympischen Spiele in London „the mile“ hinunter zum Buckingham Palace fliegen zu lassen, ist sich nicht ausgegangen – doch die Hoffnung der britischen Enthusiasten stirbt zuletzt.


Die Concorde ist neben der sowjetischen Tu-144 das einzige Überschallverkehrsflugzeug.

Autor: Lukas Wenger
Das ist der Kurztext zu Lukas Wenger.

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