Offiziell: Flug PS752 wurde abgeschossen

Iran spricht von "menschlichem Fehler".

Boeing 737-800 der Ukraine International Airlines: Unglück mit fast 180 Toten. (Foto: Thomas Ramgraber)

Nun ist es schier unfassbare Gewissheit: Die iranische Regierung hat zugegeben, Flug PS752 "unbeabsichtigt" abgeschossen zu haben. Weil der Jet auf dem Weg zurück in die Ukraine nahe an einer militärischen Basis bei Teheran vorbeiflog, habe man gedacht, es handele sich um eine feindliche Maschine, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung des Militärs. Dies sei ein "menschlicher Fehler" gewesen.

Bei dem Absturz der Boeing 737 der Ukraine International Airlines starben in der Nacht auf Mittwoch alle 176 Menschen an Bord. Austrian Airlines setzte daraufhin wie zahlreiche andere Fluggesellschaften ihre Verbindungen in den Iran zunächst aus. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA empfiehlt zudem, auch den Luftraum des Nachbarlandes Irak zu meiden.

US-Geheimdienste und die kanadische Regierung waren schon am Tag danach von einem versehentlichen Raketenbeschuss durch Iran ausgegangen. Die Führung des Landes am persischen Golf wies dies zunächst vehement zurück und vermutete einen technischen Fehler an dem Jet. Der Leiter der iranischen Luftfahrtbehörde, Ali Abedsadeh, erklärte, ein Abschuss sei "wissenschaftlich absurd".

Experten hielten ein technisches Problem nicht für unwahrscheinlich, da es in den vergangenen Monaten bereits zwei tödliche Unglücke mit neueren Modellen der Flugzeugreihe gab. Zudem seien die Trümmer an der Absturzstelle über einen sehr kleinen Radius verteilt. Bei einem Abschuss wären sie aber über eine viel größere Fläche hinweg zu finden gewesen, erklärte Luftfahrtexperte Andreas Spaeth kurz nach dem schrecklichen Unglück im "ZDF".

Konflikt zwischen USA und Iran belastet Ölpreise
Einen versehentlichen Abschuss des Jets wollten internationale Beobachter zunächst jedoch nicht ausschließen. Immerhin ist das Verhältnis der USA und Iran seit Jahrzehnten belastet und in den vergangenen Wochen spitzte sich die Lage dramatisch zu. Zudem liegt der Absturzort mitten in der Krisenregion, in der in der Nacht US-Militärstützpunkte bombardiert wurden.

Airlines weltweit spüren die Auswirkungen der Eskalation zwischen beiden Ländern: Die Rohölpreise rauschten so schnell in die Höhe, wie seit Monaten nicht mehr. Iran hat die Oberhand über die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel der weltweit geförderten Öl-Menge transportiert wird.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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